Am Mittwoch den 01.07.2015, veranstaltet die Gruppe kritischer Studenten des AK Politik der Universität Tübingen eine öffentliche Diskussionveranstaltung zum Thema:

Die Katastrophe „Flüchtling“

Global überflüssig gemacht und von den Staaten als Last behandelt

Wenn

  • jeden Tag in der Zeitung steht, wieviele Flüchtlinge aus der ‘3. Welt’ im Mittelmeer ertrinken, und von Millionen Wartenden die Rede ist, die auf ein Schlepper-Ticket nach Europa hoffen;
  • die Auffanglager überfüllt sind und laufend Nachschub aus ‘Armutsregionen und Krisengebieten’ in Afrika oder Nahost erhalten, in denen die Überlebenschancen der Leute offenbar gering sind;
  • jährlich Hunderttausende sich trotz der großen Gefahren auf die Staatsgebiete der EU-Länder durchschlagen und zuständige Politiker beteuern, diese Massen ‘beim besten Willen nicht aufnehmen zu können’;
  • die Asylpolitiker reicher Länder das Urteil der ‘Unbrauchbarkeit’ bzw. ‘Last’ bestätigen, das die Heimatstaaten fällen, angesichts des unaufhaltsamen Zustroms aber auch manche Asylbewerber aufnehmen;

Dann

  • ist das kein Zeugnis ‚unterlassener Hilfeleistung‘ durch die EU, sondern ein verheerendes Urteil über globale Zustände, in denen es immer mehr Menschen gibt, die auf die Rettung ihres nackten Lebens und humanitäre Hilfe angewiesen sind;
  • ist das kein Dokument ‚verfehlter Entwicklungspolitik des Westens‘, sondern ein Fingerzeig darauf, dass solch hoffnungslose Lebensverhältnisse zur herrschenden Weltordnung dazugehören;

  • ist das ein Hinweis darauf, dass diese Massen in diesem kapitalistischen System ‚zu viel‘ sind und der Befund der Überflüssigkeit von allen Zielstaaten an ihnen vollstreckt wird;
  • stellt sich die Frage, wofür und gemessen woran sie überflüssig sind.

Oder:
Auf welchen Kalkulationen beruht die Entdeckung, dass einige dieser Ankömmlinge doch ganz brauchbar wären?

Wann und wo: Mittwoch, 01. Juli, 19:00 Uhr
Schlatterhaus Österbergstr. 2, Tübingen.

Downloads   Plakat    Handzettel

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Am Dienstag den 12.05.2015, veranstaltet die Gruppe kritischer Studenten des AK Politik der Universität Tübingen eine öffentliche Diskussionveranstaltung zum Thema:

Der politische Kampf um die „Rettung Griechenlands“

Ein Lehrstück über Geld, Kredit und Macht im Europa des Euro

Seit dem Beginn der „Griechenland-Krise“ gehen die Meinungen über deren Gründe und die Vorschläge zu deren Bewältigung weit auseinander. Die Zuspitzung der politischen Auseinandersetzung nach dem Wahlerfolg der Syriza hat die öffentliche Auseinandersetzung erneut angestachelt.

Die einen

  • fühlen sich als deutsche Steuerzahler, denen die Griechen auf der Tasche liegen, und echauffieren sich über „Griechen-Raffkes“,
  • möchten „unseren“ Euro vor hellenischer „Misswirtschaft“ retten,
  • vermissen die einschneidenden Reformen, die Griechenland „uns“ schuldet.

Andere

  • meinen, dass statt dessen Hilfe für das griechische Volk und seine Regierung nottut und möglich sein müsste,
  • sorgen sich um Alternativen der Rettung Griechenlands und um die Verantwortung deutscher Politik,
  • halten die rigiden Spardiktate für einfach verfehlt und kontraproduktiv,
  • plädieren für Schuldenschnitt und mehr Kredit für den griechischen Staat als Weg der Besserung.

Wieder andere

  • entdecken in der Euro-Krise Chancen für ein endlich solidarisches Europa der Völker,
  • machen in den Notstrategien der griechischen Bevölkerung den Keim einer neuen sozialistischen Lebensform aus,
  • sehen im Wahlsieg von Syriza einen Aufwind für eine alternative linke Politik in Europa.

Über diese Urteile und Vorstellungen möchten wir in unserer Veranstaltung diskutieren, weil wir meinen, dass sie das, worum es bei der „Rettung Griechenlands“ geht, verfehlen.

Daher sollen zur Klärung der Sache, die so pathetisch als „Rettung“ beschrieben wird, auf der Veranstaltung Fragen wie die folgenden aufgeworfen und beantworten werden:

  • Warum geht das ganze Land zugrunde, wenn die griechische Regierung keinen Kredit mehr bekommt? Wie kommt es dazu, dass einem Staat das Geld ausgeht, und was zeigt das über die Euro-Gemeinschaft der Staaten?
  • Warum bestehen Deutschland und die Troika der griechischen Regierung gegenüber gnadenlos auf Kreditbedienung, auch wenn das Griechenland brachlegt, und stellen dafür sogar weitere Kredite zur Verfügung? Worum geht es bei dem Erhalt des Euro als „gutes Geld“?
  • Warum gerät die Rettung Griechenlands für den Euro zu einem politischen Kampf, in dem griechische Politiker auf die „Souveränität“ Griechenlands und die „Ehre“ des griechischen Volkes pochen und deutsche auf die „Regeln“ des „politischen Einigungswerks Europa“, und was legt das über dieses Staatenbündnis und seinen Euro offen?

Hier diese Ankündigung als download

Wann und wo: Dienstag, 12. Mai, 19:00 Uhr
Schlatterhaus Österbergstr. 2, Tübingen.

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Vortrag & Diskussion am DI, dem 03. Februar, 19 Uhr c.t., Schlatter-Haus, Kleiner Saal, Österbergstr. 2, Tübingen

PEGIDA

böse und gute Patrioten im Clinch

Im vorweihnachtlichen Deutschland und ab da regelmäßig lassen sich null Komma nichts Zehntausende „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ mobilisieren. Im eher atheistischen Dresden und anderswo bekennen sie sich mit dem massenhaften Absingen von Weihnachtsliedern zur christlichen Leitkultur und wehren die Ausbreitung der falschen Religion oder gleich die Machtübernahme durch Imame und Scharia-Gerichte ab. Was geht diesen Leuten eigentlich verloren, wenn Ausländer wie sie auch ihre Arbeit tun, wohnen, leben und dabei nicht an den christlichen Gott glauben, sondern zu Allah beten?
Die politischen Parteien sind aufgescheucht: Da meldet sich ein Massenbedürfnis, das sich im Spektrum der politischen Angebote nicht untergebracht und durch Wahlen nicht bedient findet, also das den Verwaltern des Volkswillens aus dem Ruder zu laufen droht. Die obige Frage stellen Politprofis daher gleich ein wenig anders und respektvoller: Über den Streit, ob sie die Demonstranten in die rechte Ecke stellen und aus dem Kreis respektabler Meinungen aus-grenzen, oder sie als Fälle „irrationaler Phobien“ (Xenophobie, Islamophobie etc.) abtun sollen, arbeiten sie sich zur dritten Option vor: Um „die Menschen“ wieder einzufangen und sie von ihren zwielichtigen Anführern zu trennen, wollen Politiker die „Sorgen der Demonstranten ernst nehmen“. Eine Schwierigkeit, die Angst vor Islamisierung und entsprechende „Wehret den Anfängen!“-Rufe ernst zu nehmen, kennen sie nicht. Politiker und Medien wälzen zwar die Rätselfrage: „Was wollen die Pegida-Anhänger wirklich?“ Im Grunde aber wissen sie immer schon die Antwort: Schnurstracks übersetzen sich die politischen Volksbetreuer die demonstrierte Islamophobie in „soziale Bedrohungs-ängste von Modernisierungsverlierern“, „Globalisierungsgegnern“ und „Euroskeptikern“. Ihrem fachkundigen Urteil zufolge leiden solche Leute an der „Unübersichtlichkeit“ der Weltlage, am Verlust konservativer Werte, ja der Heimat. Der verrückte Übergang von Unzufriedenheit aller Art zur Diagnose der Überfremdung, zum Gefühl, dass das Volk daheim nicht mehr daheim ist und seine nationale Identität nichts mehr gilt, sowie zum Bedürfnis nach nationa-ler Selbstbehauptung ist den Politikern ebenso geläufig wie den Pegida-Demonstranten. Irgendwie verstehen sie ihre Wähler und sehen sich gefordert, ausgerechnet dieses ehrenwerte Bedürfnis ihrer Kundschaft ernst zu nehmen – z.B. durch eine Debatte, ob ihre Asylpolitik ausreichend dafür sorgt, den ‚Flüchtlingsstrom‘ nach Deutschland einzudäm-men und unerwünschte Asylsuchende möglichst umgehend loszuwerden und von vornherein abzuschrecken und ob ihre Einwanderungspolitik auch garantiert nur Ausländer ins Land holt, die sich durch nützliche Dienste für Deutschland ein Bleiberecht verdienen.
Die Gegendemonstranten mit ihren Lichterketten und gemeinschaftlichem Lärmen halten die fremdenfeindliche Bewegung aus der Mitte der Gesellschaft für eine Schande. Sie haben eine andere Vorstellung von dem Gemeinwesen, dem sie angehören, und machen sich mit ihrem Fremdschämen zu Repräsentanten eines besseren, weltoffenen und humanen Deutschland, eines menschenfreundlichen Stuttgart, Dresden, …, das Zuwanderer und Hilfsbedürftige nicht ausgrenzt. Dem „christlichen Abendland“ setzen sie demonstrativ den Ruf nach wahrhaft christlicher oder bajuwarischer oder sonst wie weltoffener Mitmenschlichkeit und Solidarität entgegen, möchten diese Werte für Deutschland und seine Bürger verbindlich machen und ‚ihr München‘ als Hort eines solchen besseren Patriotismus hochhalten – im Verein mit Politik- und Parteivertretern, die wählerwirksam die gute Gesinnung demonstrieren, die ihre praktisch betriebene Asyl- und Ausländerpolitik jeder Kritik entziehen soll.

Drei Fragen wirft diese immer wieder aufflammende nationale Erregung auf:

  • Wie kommen deutsche Bürger, die mit einigem zurechtkommen und manches Unerfreuliche schlucken müssen, also unzufrieden mit ihren Lebensumständen sind, auf die Diagnose, dass all ihre Miseren daran liegen, dass sich zu viele Fremde in Deutschland tummeln, dass das gute deutsche arbeitsame Volk daheim nicht mehr daheim ist und seine nationale Identität nichts mehr gilt. Wieso kommen sie eigentlich darauf, die Politik ließe es – ausge-rechnet in Sachen Asyl- und Ausländerfragen und überhaupt – an entschiedenem Durchgreifen fehlen, vermissen ausgerechnet einen starken Staat und werden ausgerechnet darüber rebellisch gegen die Regierenden.
  • Warum verurteilen die Politiker den Protest der Pegida und grenzen ihn aus, haben aber zugleich für dessen Anliegen Verständnis und entnehmen ihm entsprechend dringlichen Handlungsbedarf in Sachen Ausländerpolitik?
  • Was ist von einer Kritik zu halten, die Pegida alternative Werte und Pflichten entgegenhält, die sich für gute Deutsche viel besser ziemen würden? Geht es eigentlich in Ordnung, als Repräsentant eines vorgestellten besseren Deutschlands demonstrativ für die Güte eines Gemeinwesens einzutreten, das mit all seinen politischen Berechnungen und Maßnahmen und den gültigen ökonomischen Interessen dem vorstellig gemachten Bild einer guten, für alle wohnlichen Heimat laufend Hohn spricht.

Die Diskussion soll Antworten hierzu liefern.

Hier das Flugblatt zur Veranstaltung.
Hier sind Handzettel.
Und hier das Plakat.

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Am Dienstag den 02.12.2014, veranstaltet die Gruppe kritischer Studenten des AK Politik der Universität Tübingen einen öffentlichen Vortrag mit Diskussion zum Thema:

Deals im Dienste der Nation

Deutschlands Rüstungsexporte: Wie Deutschland seine „gewachsene Verantwortung“ wahrnimmt

Wann und wo: Dienstag, 2. Dezember, 19:15 Uhr
Universität Tübingen, Wilhelmstr., Neue Aula, Hörsaal 8, Tübingen.

Hier das Plakat und
hier das ausführliche Einladungsflugblatt
zu unserer Veranstaltung als pdf.

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Vortrag & Diskussion am DO, dem 13. November, 19 Uhr Clubhaus, Wilhelmstr. (gegenüber der Neuen Aula), Tübingen

Veranstaltet von den Falken Tübingen zusammen mit der Gruppe kritischer Studenten des AK Politik der Universität Tübingen

Die Wohnungsfrage im Kapitalismus:

Warum explodieren die Mietpreise und warum steigt die Wohnungsnot?

In sogenannten Ballungsgebieten steigen die Mietpreise unaufhörlich. Über vierzig Prozent des Nettolohns müssen Durchschnittsverdiener in Tübingen mittlerweile für eine Wohnung zahlen. Selbst das extreme Schicksal der Obdachlosigkeit klettert in Deutschland auf immer neue Höchstmarken.
DGB, ver.di, Mieterverein, AWO, Mieterinitiativen u. a. Organisationen und Parteien rufen daher zum Protest auf. Sie sehen die Ursachen für Wohnungsnot und Mietpreisexplosion in „Versäumnissen der Politik“:

  • Kaum noch staatliche Förderung des sozialen Wohnungsbaus.
  • Der Bund unterbindet „überhöhte Mieten bei Neuvermietungen“ nicht.
  • Abwälzung der energetischen Modernisierung auf die Mieter.
  • Könnte es nicht sein, dass es sich dabei gar nicht um „Versäumnisse der Politik“ handelt? Denn diese Zahlen, hinter denen sich drastische Einschränkungen des Lebensstandards der Arbeitnehmerhaushalte, ja „menschliche Schicksale“ verbergen, stehen für einen in der Marktwirtschaft absolut erfreulichen Umstand: Sie zeugen nämlich davon, dass die Eigentümer von Boden und Mietshaus ein blendendes Geschäft machen, wenn sie weit über ein Drittel des Einkommens der arbeitenden Bevölkerung in ihre Kassen lenken, Tendenz steigend. Ein schönes Plus für das Vermögen dieser Eigentümer! Hat der Staat etwas dagegen? Im Gegenteil: Er rechnet dieses Plus in die Zahlen ein, mit denen er das Wirtschaftswachstum des deutschen Standortes bilanziert und damit den Erfolg seiner Wirtschaftspolitik ausweist. Steigende Mieten, die für die Lohnabhängigen schrumpfendes Einkommen für den Lebensunterhalt, also wachsende Not, bedeuten, lassen die Grundstückwerte und die Gewinne der Wohnungswirtschaft steigen, sind im Kapitalismus also ein Beitrag zum Wachstum der Wirtschaft.
    So ist die elementare Frage nach einem Dach über dem Kopf auch nach 150 Jahren kapitalistischen Wachstums nicht erledigt. Im Gegenteil, das pure Wohnen ist für viele ein kaum bezahlbarer Luxus. Warum ist das so?

  • Ein Stück Boden braucht jeder. Industrielle benötigen ihn als Standort für eine Fabrik, Private als Unterlage für eine Behausung. Warum ist es in einem modernen Staat eigentlich selbstverständlich, dass jedes Fleckchen Erde Privateigentum ist, an das man nur herankommt, wenn man den Grundeigentümern dafür einen erklecklichen Teil seines Einkommens abtritt?
  • Wie machen Grundeigentümer aus einem Stück Erde Geld? Produktionskosten fallen dafür ja nicht an, und Pacht oder einen Grundstückspreis erzielt auch das gänzlich unbebaute Gelände.
  • Wie vollzieht sich die Preisbildung für dieses Gut? Die Erfahrung lehrt so viel: Schöne Lagen sind für den gewöhnlichen Wohnungssuchenden meistens nicht bezahlbar, bezahlbare Lagen selten schön. In attraktiven Innenstadtvierteln machen sich Banken, Verwaltungen und Kommerz breit. Die Mehrheit bevölkert Wohnblocks, am Ende gar in Problemvierteln.
  • Wie geht der Sozialstaat mit der allgemeinen Notlage um, die die Grundeigentümer damit unter der arbeitenden Bevölkerung anrichten? Warum macht der Staat Gesetze zur Mietpreissteigerung, „Kappungsgrenze“, „Vergleichsmiete“ –, mit denen er keine Erhöhung der Mieten verhindert, sondern ihren Anstieg dosiert und so garantiert? Und warum springt der Staat mit Wohngeld und anderen Mietzuschüssen ein, bevor er angesichts mangelhafter Zahlungsfähigkeit der proletarischen Kundschaft seinen Grundeigentümern einen Einnahmeverzicht zumutet? Warum sichert er damit dieser Sorte Eigentümer ein Geschäft, das der Geldbeutel vieler Lohnabhängiger offenbar nicht hergibt?
  • Vortrag & Diskussion am DO, dem 13.November, 19 Uhr Clubhaus, Wilhelmstr. (gegenüber der Neuen Aula), Tübingen

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    Am Mittwoch, den 05.11.2014, veranstaltet die Gruppe kritischer Studenten des AK Politik der Universität Tübingen einen öffentlichen Vortrag mit Diskussion zum Thema:

    TTIP:
    Ein Kampfprogramm zur Neuordnung des Weltmarkts
    für Dollar- und Eurokapitalisten

    Wann und wo: Mittwoch, 5. November, 19:15 Uhr
    Universität Tübingen, Wilhelmstr., Neue Aula, Hörsaal 1, Tübingen.

    Hier das Plakat und
    hier das ausführliche Einladungsflugblatt zu unserer Veranstaltung als pdf.

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    Vortrag & Diskussion am DI, dem 01. Juli, 19 Uhr c.t. Neue Aula Hörsaal 6 Tübingen

    Die Frau im Kapitalismus

    Anerkennung von „Frauenproblemen“ statt Kritik an deren Gründen

    Referent: Margareth Wirth, Gegenstandpunkt Verlag

    So ziemlich alle Welt ist sich heutzutage einig: Um Frauen muss sich in unserer Gesellschaft besonders gekümmert werden; dieser Teil der Menschheit benötigt eine besondere Betreuung. Die wird ihr auch lebhaft zuteil: Noch jede gesellschaftliche und politische Organisation lobt sich dafür, Frauen besondere Berücksichtigung zuteil werden zu lassen. Es gibt Frauenbeauftragte, Gleichstellungsbeauftragte, Quotenregelungen, selbst in der Sprache dürfen sich Frauen inzwischen gleichberechtigt vertreten sehen. Als Frau darf man sich überall zu Wort melden, sich auf eine besondere Betroffenheit berufen und Berücksichtigung einfordern. Dass jemand, der irgendetwas will oder sich über etwas beschwert, dies als Frau, unter Berufung auf die Geschlechtszugehörigkeit, tut, gilt als Argument, das ganz für sich dazu berechtigt, ein Anliegen geltend zu machen – ganz getrennt davon, in welchem Zusammenhang es geäußert wird und welchen Inhalt das Anliegen hat. So wird den Problemen, die Frauen haben, Respekt entgegengebracht: Es wird betont, dass man sie ernst nimmt. Selbst in der Wissenschaft ist das Thema „Frau“ bzw. „gender“, wie es moderner heißt, zu einem eigenen Theorie- und Forschungszweig ausgebaut worden, wo sich hauptsächlich Wissenschaftlerinnen des Themas Mann – Frau annehmen.
    Die Anerkennung, die die Frauenfrage inzwischen bis in höchste politische Gremien hinein genießt, gilt auch bei Kritikern der Gleichberechtigung als Fortschritt der Frauenbewegung. Dabei merkt noch jeder, dass diese Anerkennung in Kontrast dazu steht, wie es den allermeisten Frauen nach wie vor tatsächlich geht. Ein paar Hinweise:

    • Nach wie vor sind Frauen in höheren Berufen, wie es so schön heißt, „unterpräsentiert“, Quote hin oder her.
    • Wenn ein Arbeitgeber Frauen schlechter bezahlt, darf er vor Gericht nicht das Geschlecht als Grund nennen. Das gilt dann als Diskriminierung und ist verboten; die schlechtere Bezahlung an „Frauenarbeitsplätzen“ und in „Frauenberufen“ gibt es weiter.
    • Überall gibt es staatlich geförderte Frauenhäuser; Eheterror und Prügelszenen sind ebenso wenig beseitigt wie die Doppelbelastung durch Kindererziehung und Beruf.
    • Härtere Strafen für Vergewaltigung führen nicht dazu, dass die Vergewaltiger aussterben.
    • Usf.
      Dafür, dass solche Probleme trotz rechtlicher Gleichstellung weiterhin auftreten, kursiert eine Erklärung: Hier wirken angeblich Vorurteile weiter. Die seien es, die verhindern, dass Frauen die ihnen von Rechts wegen zustehende gesellschaftliche Stellung erlangen. Solche „alten Verhaltensmuster“ müsste man, so heißt es, beseitigen, dann wäre die Sache der Frau schon auf dem rechten Weg. Dabei fällt auf:
      Erstens scheinen diese „Verhaltensmuster“ ziemlich hartnäckig zu sein. Noch so viel gut gemeinte Aufklärung, noch so viel Anstrengungen, den Frauen die ihnen zustehende Wertschätzung zu verschaffen, scheint da wenig zu bewirken. Warum ist das so?
      Zweitens herrscht gar nicht Einigkeit darüber, wie die zur Frau „passende“ gesellschaftliche Stellung eigentlich auszusehen hätte, wofür die Frau denn wertgeschätzt werden sollte. Ob da mehr die Gleichheit oder die Differenz zu „Männern“ im Vordergrund stehen sollte, ob besondere „weibliche“ Eigenschaften und Leistungen anzuerkennen sind oder eher die Fähigkeit von Frauen, wie Männer ihren Mann im Berufsalltag zu stehen – darüber wird munter in Talkshows und Uni-Seminaren gestritten. Aber vielleicht ist ja schon die Frage verkehrt?
      Gegen die Behauptung einer immer noch fehlenden „echten Gleichberechtigung“ und einer „Diskriminierung der Frau“ sollen im Vortrag folgende Gegenthesen entwickelt werden:
      Erstens: Die Forderung nach Gleichberechtigung geht an den Gründen für die Schlechterstellung von Frau en auf dem Arbeitsmarkt ebenso vorbei wie an den Gründen für die unschönen Formen, die das Leben zu zweit gelegen tlich annimmt. Dass die rechtliche Gleichstellung die Lage der meisten Frauen nur unwesentlich verbessert, liegt daran, dass die rechtliche Ungleichheit gar nicht der Grund für diese Lage ist.
      Zweitens geht auch die Auffassung an der Sache vorbei, die „Diskriminierung der Frau“ läge am Weiterbestehen eigentlich längst überholter „Verhaltensmuster“ bei Personalchefs und oder Männern überhaupt. Solche „Vorurteile“ haben vielmehr ihre solide fortbestehende Grundlage in der kapitalistischen Konkurrenz und der Geisteshaltung, mit der Mann wie Frau dort den Leistungsansprüchen von Kapital und Staat unterworfen werden und sich unterwerfen.

      Hier das Flugblatt zur Veranstaltung.

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      Diese Veranstaltungsreihe

      „All you need is love?“

      wird weitergeführt am DI, den 24. Juni,
      19 Uhr c.t., Neue Aula, Hörsaal 6, Tübingen,

      Die Psychologie des bürgerlichen Individuums

      Warum müht sich der moderne Mensch damit ab, eine Persönlichkeit zu werden, einen Charakter auszubilden und vor allem Selbstbewusstsein zu entwickeln?

      Warum sind die meisten Leute auf der Suche nach der Verwirklichung ihrer selbst und nach einem Sinn ihres Lebens – und warum finden sie diesen nicht selten in der Liebe? Um welchen Erfolg darf, soll, muss man sich bemühen? Warum gilt Misserfolg einzig als Auftrag, an sich selbst zu arbeiten, bestenfalls das Beste aus allem zu machen, oder – oft genug – auch einen Psychologen zu konsultieren?

      Was die Psychologie als wissenschaftliche Disziplin so über die „innere Menschennatur“ in Umlauf gesetzt hat, beschäftigt längst nicht mehr nur die Fachleute. Kaum ein Tag vergeht ohne eine psychologische (V)Erklärung zu irgendeiner Verhaltensweise eines Individuums im Betrieb, in der Beziehung, in der Familie oder in der Freizeit.

      Und in der Tat, man muss ja wirklich kein Berufspsychologe sein, um sich zu fragen, warum Leute tagein tagaus heucheln, warum sie sich schämen, warum sie Erfolgstypen, aus dem Durchschnitt herausragende oder wenigstens rechtschaffene Menschen sein wollen, warum sie aus enttäuschter Liebe den Partner oder sich selbst umbringen?

      Die Diskussionstermine im einzelnen:
      Di 13.​05, 20 Uhr, Club­haus Die Liebe – Das Stre­ben nach Glück
      Di 27.​05. 20 Uhr, Club­haus Der An­spruch auf An­er­ken­nung
      Di 24.​06. 19 Uhr c.t. Neue Aula Hörsaal 6 Die Psy­cho­lo­gie des Bür­ger­li­chen In­di­vi­du­ums
      Referent: Dr. Theo Wentzke

      Die Diskussionsreihe wird veranstaltet von der Gruppe kritischer Studenten im AK Politik zusammen mit „GEGEN-KULTUR“ .

      Hier das Plakat und
      hier die Beschreibung der kompletten Veranstaltungsreihe als pdf.

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      Vortrag & Diskussion am MI, dem 30. April, 19 Uhr c.t. Schlatterhaus, kleiner Saal, Österbergstr. 2, Tübingen

      EU und USA schüren den Umsturz – Russland besetzt die Krim:

      Wem gehört die Ukraine?

      Es funktioniert auf Ansage: In ihren feierlichen Reden zum Jahreswechsel haben die deutsche Bundeskanzlerin und der deutsche Bundespräsident festgestellt, Deutschland sei einfach zu groß, um bei internationalen Krisen eine untergeordnete Rolle zu spielen, und sie haben „mehr deutsche Verantwortung“ und aktiveres Eingreifen angekündigt. Wenige Monate später hat Deutschland zusammen mit seinen EU-Partnern in der Ukraine die – nach eigener Auskunft – schlimmste Krise in Europa seit dem Mauerfall vom Zaun gebrochen; so schlimm, dass manche vor einem neuen kalten oder gar heißen Krieg warnen.
      Schuld daran ist, wie stets, die andere Seite: Erst der ukrainische Präsident Janukowitsch, der seine Unterschrift unter das Assoziationsabkommen mit der EU verweigert hat, dann die russischsprachigen Landesteile im Süden und Osten der Ukraine, schließlich und vor allem Putins Russland.
      Was Merkel und ihre EU-Kollegen als ihr selbstverständliches Recht beanspruchen, das entdecken und verurteilen sie am russischen Präsidenten:
      Ihm sagen sie Großmacht-Allüren und imperiale Absichten nach. Er wolle den Raum der Sowjetunion als russische Einflusssphäre bewahren, obwohl „die Zeit der Einflusszonen endgültig vorbei ist!“ Das sagt ihm ausgerechnet Merkel, die die Ukraine jetzt „umso schneller in die EU einbinden“, also deren Einflusszone erweitern will.
      Merkel wirft Putin vor, er destabilisiere die Ukraine, weil er Anträge aus der Krim und vielleicht auch aus der Ostukraine, das Gebiet in die russische Föderation aufzunehmen, ermutigt. Der Vorwurf kommt von einer deutschen Kanzlerin, die nichts unversucht gelassen hat, den Staat des kaputten, zwischen seinen östlichen und westlichen Abhängigkeiten hin- und hergerissenen Landes zu destabilisieren, solange ein nicht willfähriger Präsident dort an der Macht war. Deutsche Politprominenz hat den Umsturz in Kiew ermutigt, zum Durchhalten aufgerufen und ihm die Unterstützung ganz Westeuropas zugesichert – und damit das Land endgültig zerrissen.
      Der prowestliche Umsturz mit all seinen glühenden Nationalisten und teilweise bewaffneten Demonstranten, mit seiner Lahmlegung des nationalen Lebens, den Besetzungen und Verwüstungen von Ministerien – ein Aufruhr wie ihn sich keine westliche Demokratie gefallen lässt –: dieser Umsturz ist für die EU friedlich, demokratisch, authentischer Ausdruck des ukrainischen Volkswillens. Der gilt selbstverständlich verbindlich für das ganze Volk einschließlich der dagegen aufbegehrenden Ostukrainer und muss unbedingt gegen russische Bedrohung und Übergriffe geschützt, also unter die schützende westliche Vormundschaft von USA, EU und Nato gestellt werden. Die im Vergleich dazu gesittete Volksabstimmung auf der Krim über den Beitritt zu Russland ist für sie dagegen illegal, undemokratisch, eine Farce, die nichts gilt. Die europäischen Schutzherren des Selbstbestimmungsrechts der Völker nehmen es sich heraus, auch gleich die Kollektive zu definieren, die sie als Völker gelten lassen, denen Selbstbestimmung zusteht; und die, für die das Gegenteil gilt.
      Dabei ist die Quelle dieser Unterscheidung zwischen Recht und Unrecht kein Rätsel: Legitim sind für die EU in der Ukraine die politischen Kräfte, die sich als Statthalter der EU und ihr Land als deren Hinterland anbieten; illegitim sind diejenigen, die sich dem Anschluss an „Europa“ entgegenstellen. Russland liest diese Gleichung von Recht und Interesse genau anders herum. Beide Mächte, die EU und Russland, beanspruchen das Richteramt darüber, wer was darf in und mit der Ukraine. Beide fordern voneinander, sich aus der Ukraine herauszuhalten. Die westlichen Mächte meinen und betreiben dabei von Anfang an den Anschluss der Ukraine an und damit deren Unterstellung unter die EU und die NATO. So wollen sie den russischen Einfluss erledigen. Russland ist entschlossen, den zu verteidigen. So steht Recht gegen Recht – und der friedliche Verkehr der beiden großen „Nachbarn“ nimmt den Charakter einer Mobilisierung von Macht- und Gewaltmitteln zur Durchsetzung des jeweils beanspruchten Rechts an. Dabei versichert Merkel ihren Bürgern: „Zum Krieg wird es nicht kommen!“ Damit gibt sie zu Protokoll, dass sie sehr gut weiß, wie weit der Westen die Herausforderung der russischen Weltmacht bereits getrieben hat.

      • Warum will die Europäische Union die Ukraine – ganz?
      • Warum will Russland das verhindern?
      • Warum sagen die westlichen Staaten das Ende des „Formats“ G 8 an und den G‑8-Gipfel von Sotschi ab?

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      Vortrag & Diskussion am DI, dem 21. Januar, 19 Uhr c.t. Schlatterhaus, kleiner Saal, Österbergstr. 2, Tübingen

      Edward Snowden deckt auf:

      Demokratische Staaten bespitzeln den ganzen Globus.
      Verstößt staatliche Totalüberwachung gegen bürgerliche Freiheit?

      Vom world wide web haben sich viele der digital natives einen gewaltigen Gewinn an privater und politischer Freiheit versprochen. Umfassende Transparenz sollte Herrschaft kontrollierbar und so ein Stück weit unmöglich machen.
      Die Enthüllungen des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Snowden haben gezeigt, dass mit dem Fortschritt der elektronischen Kommunikation alles und jeder für staatliche Überwachung transparent geworden ist.

      • Warum sind demokratische Staaten so scharf auf umfassende Überwachung ihrer Bürger?

      Die staatlichen Stellen in Deutschland und den USA geben zu, dass die weitreichende Kontrolle und das Datensammeln die Freiheit der Bürger beschränken: „100 % Freiheit und 100 % Sicherheit sind leider nicht zu haben“! Angesichts von „Bedrohungen“, insbesondere durch „Terroristen“, sei Freiheit ohne Schutz und Sicherheit nichts wert, ja überhaupt nicht möglich.

      • Allerdings – beschränkt sich das Kontrollregime des Staates wirklich auf „terroristische Anschläge“ und „organisiertes Verbrechen“?

      Die von Snowden aufgedeckten Praktiken der totalen Kontrolle prinzipiell aller Bürger und ständiger Ausbau und Perfektionierung der Überwachungstechniken weisen doch darauf hin, dass der Staat alle Bürger als Gefahrenquellen behandelt. Warum will er denn sonst über deren gesamte elektronische Kommunikation Bescheid wissen? Warum will er sich jederzeit Auskunft über ihre Ziele und Absichten beschaffen können – unabhängig davon, ob sie überhaupt welche haben, die gegen ihn gerichtet sind?

      • Wie passt dieses staatliche Misstrauen zur politischen Freiheit der Bürger, auf deren Gewährung die Demokratie so stolz ist?

      Stolz sind Demokraten auch auf das Machtgefüge, das sie „Gewaltenteilung“ nennen: kein Zugriff auf Daten der Bürger ohne grundrechtsüberprüfte Gesetzgebung und durch sie ermächtigte Kontrollinstanzen wie das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages und Gerichte – dann aber immer! Die große Koalition hat sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, dass die Vorratsdatenspeicherung jetzt endlich gesetzlich geregelt werden muss. Dieses Gesetz soll die Rahmenrichtlinien umsetzen, die die EU-Kommission erlassen hat, damit in allen EU-Staaten gleichermaßen auf Vorrat gespeichert wird. Auf Antrag des EU-Generalanwalts wird demnächst der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheiden, wie die Pflicht der EU-Staaten zur allgemeinen Schnüffelei so formuliert werden muss, dass sie mit der Europäischen Grundrechtecharta konform ist. Justizminister Maas schlägt daher vor, das deutsche Gesetzgebungsverfahren bis zum Urteil des EuGH auszusetzen. Grüne und Linke Abgeordnete reden von einem Etappensieg für die Freiheitsrechte der Bürger…

      • Wenn schon vor dem EuGH-Verfahren feststeht, dass die EU-Staaten demnächst auch offiziell gesetzlich geregelt flächendeckend sämtliche Kommunikationsverbindungen aller Bürger ausspionieren dürfen, worin besteht dann die Bürgerfreiheit, die die rechtsprechende Gewalt schützt, indem sie die Überwachungsregeln grundrechtskonform und damit unanfechtbar macht?

      • Und worin besteht die Schranke für die Schnüffler im Staatsdienst, wenn andere Abteilungen des Staates deren Überwachungstätigkeit „kontrollieren“?


      Antworten auf diese und weitere Fragen sowie eine etwas abweichende Meinung über das Verhältnis von bürgerlicher Freiheit und Staatssicherheit stellen wir zur Diskussion. Ort und Zeit s.o.

      Flugblatt
      Handzettel
      [Plakat

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      Vortrag & Diskussion am DI, dem 12.November, 19 Uhr c.t. Schlatterhaus, kleiner Saal, Österbergstr. 2, Tübingen

      Der Krieg in und gegen Syrien

      Wer hat in Syrien die ehrenwertesten Gründe, Menschen umzubringen?

      Eigenartig: Ein angekündigter Krieg findet ausnahmsweise einmal (noch?) nicht statt. Warum ist die Öffentlichkeit ein paar Tage lang etwas ratlos, warum schwankt die Meinungsbildung pluralistisch zwischen „Obama feige und zögerlich wg. Kriegsmüdigkeit in den USA“ oder „abgelenkt vom Budgetstreit mit den Republikanern“ oder „auf einen Russen-Trick reingefallen“ oder: Was ist eigentlich mit dem Obama los, der einmal „endlich den Mut aufbringt“, „dem Tyrannen in Damaskus“ ein für alle Mal das „blutige Handwerk zu legen“ und ihn dann wieder als ernstzunehmenden Partner bei der Chemiewaffenabrüstung hoffähig macht?

      Wir stellen eine etwas abweichende Meinung über die tatsächliche Lage und die Kalkulationen der Beteiligten, insbesondere der amerikanischen Supermacht, zur Diskussion.

      Hier der Flyer zur Veranstaltung als pdf.

      Vortrag & Diskussion am DI, dem 12.November, 19 Uhr c.t. Schlatterhaus, kleiner Saal, Österbergstr. 2, Tübingen

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      Der öffentliche Vortrag mit Diskussion zum Thema:

      „Fair Trade“ – und die (Ohn)Macht der Konsumenten

      findet erst im Wintersemester 2013/14 statt. Der genaue Termin wird hier bzw. im VERSUS rechtzeitig bekannt gegeben.

      Regelmäßig wird der Verbraucher darüber informiert, welche Schweinereien in den von ihm konsumierten Produkten stecken: afrikanische Kindersklaven in der Schokolade; total verarmte Bergleute aus Bolivien oder dem Kongo in Handys und Festplatten; mies bezahlte, überarbeitete, bei Brandkatastrophen sterbende Näherinnen aus Pakistan oder Bangladesh in den Klamotten; zum Selbstmord getriebene chinesische Arbeiter in iPhones und iPads … usw.
      Weiter wird mitgeteilt, dass es vor allem im Westen beheimatete multinationale Konzerne sind, die von fehlenden Arbeitsschutzbestimmungen, von nicht endenden Arbeitstagen und Dumping-Löhnen profitieren. Die senken mit diesen Methoden ihre Kosten, machen damit ihre Gewinne. In den „Entwicklungs- und Schwellenländern“, so erfährt man, geht die freie Marktwirtschaft buchstäblich über Leichen.

      Nur, was sagt uns das? Belegen Kinderarbeit, Arbeitssklaven, Hungerlöhne und regelmäßige Arbeitsunfälle, dass in diesen Ländern eigentlich keine Marktwirtschaft herrscht? Dass es sich um systemwidrige „Auswüchse“ handelt? Oder beweisen die erbärmlichen Zustände, dass dort dieselbe Rechnungsweise gilt und die Menschen dieselbe Rolle als Kostenfaktor spielen wie hierzulande? Worin liegen dann aber die Gründe dafür, dass dieselben Konzerne im Süden unter so abstoßenden Arbeitsbedingungen produzieren lassen?

      Und was folgt aus solchen Berichten und der Empörung darüber?

      Soll man an die global agierenden Multis appellieren, dass sie ihre Profitmacherei in den Hungerländern ungefähr so „human“ gestalten wie hierzulande, wo sich viele Arbeitnehmer bei den Löhnen, die sie hier verdienen, ihren „Wohlstand“ nur leisten können, wenn sie sich mit auswärts billigst produzierten Sonderangeboten eindecken?

      Moralische Appelle nutzen nichts, das weiß jeder. Muss man diese Kapitalisten also als verantwortungsbewusster Konsument dazu zwingen, die üblen Ausbeutungspraktiken einzustellen? Z. B. durch Kaufverweigerung? Nur, wie lange hält man das in einer Welt durch, in der man an das , was man zum Leben braucht, nur per Kauf kommt?! Und ist es ein Erfolg, wenn internationale Produzenten und Handelsketten moralisch einwandfrei produzierte Turnschuhe im Sortiment haben und ihre Waren mit „social responsibility“-Zertifikaten auszeichnen? Ist diese Produktqualität nicht nur ein weiteres Mittel ihrer Konkurrenz, mit der sie um Käufer (mit höheren Einkommen) buhlen, damit die (zu gesalzenen Preisen) nur ethisch sauberen Profitmachern zu ihren Profiten verhelfen? Wird denn so das Interesse, das den üblen Praktiken zugrunde liegt, wirklich bekämpft – oder nicht vielmehr alternativ bedient?

      • Über Identität und Unterschied kapitalistischen Wirtschaftens in den Zentren des freien Unternehmertums im Norden einerseits, in seiner Peripherie der „Entwicklungs- und Schwellenländer“ andererseits;
      • über Macht und Ohnmacht des Konsumenten;
      • über kritische Verantwortung für den Globus und brave Mitmacherei daheim

      gibt es einiges zu erklären und zu diskutieren.

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      Vortrag & Diskussion am DI, dem 24. April, 19 Uhr c.t. Schlatterhaus, kleiner Saal, Österbergstr. 2, Tübingen

      Die Wohnungsfrage im Kapitalismus:

      Warum explodieren die Mietpreise und warum steigt die Wohnungsnot?

      In sogenannten Ballungsgebieten steigen die Mietpreise unaufhörlich. Über vierzig Prozent des Nettolohns müssen Durchschnittsverdiener in Tübingen mittlerweile für eine Wohnung zahlen. Selbst das extreme Schicksal der Obdachlosigkeit klettert in Deutschland auf immer neue Höchstmarken.
      DGB, ver.di, Mieterverein, AWO, Mieterinitiativen u. a. Organisationen und Parteien rufen daher zum Protest auf. Sie sehen die Ursachen für Wohnungsnot und Mietpreisexplosion in „Versäumnissen der Politik“:

    • Kaum noch staatliche Förderung des sozialen Wohnungsbaus.
    • Der Bund unterbindet „überhöhte Mieten bei Neuvermietungen“ nicht.
    • Abwälzung der energetischen Modernisierung auf die Mieter.
    • Könnte es nicht sein, dass es sich dabei gar nicht um „Versäumnisse der Politik“ handelt? Denn diese Zahlen, hinter denen sich drastische Einschränkungen des Lebensstandards der Arbeitnehmerhaushalte, ja „menschliche Schicksale“ verbergen, stehen für einen in der Marktwirtschaft absolut erfreulichen Umstand: Sie zeugen nämlich davon, dass die Eigentümer von Boden und Mietshaus ein blendendes Geschäft machen, wenn sie weit über ein Drittel des Einkommens der arbeitenden Bevölkerung in ihre Kassen lenken, Tendenz steigend. Ein schönes Plus für das Vermögen dieser Eigentümer! Hat der Staat etwas dagegen? Im Gegenteil: Er rechnet dieses Plus in die Zahlen ein, mit denen er das Wirtschaftswachstum des deutschen Standortes bilanziert und damit den Erfolg seiner Wirtschaftspolitik ausweist. Steigende Mieten, die für die Lohnabhängigen schrumpfendes Einkommen für den Lebensunterhalt, also wachsende Not, bedeuten, lassen die Grundstückwerte und die Gewinne der Wohnungswirtschaft steigen, sind im Kapitalismus also ein Beitrag zum Wachstum der Wirtschaft.
      So ist die elementare Frage nach einem Dach über dem Kopf auch nach 150 Jahren kapitalistischen Wachstums nicht erledigt. Im Gegenteil, das pure Wohnen ist für viele ein kaum bezahlbarer Luxus. Warum ist das so?

    • Ein Stück Boden braucht jeder. Industrielle benötigen ihn als Standort für eine Fabrik, Private als Unterlage für eine Behausung. Warum ist es in einem modernen Staat eigentlich selbstverständlich, dass jedes Fleckchen Erde Privateigentum ist, an das man nur herankommt, wenn man den Grundeigentümern dafür einen erklecklichen Teil seines Einkommens abtritt?
    • Wie machen Grundeigentümer aus einem Stück Erde Geld? Produktionskosten fallen dafür ja nicht an, und Pacht oder einen Grundstückspreis erzielt auch das gänzlich unbebaute Gelände.
    • Wie vollzieht sich die Preisbildung für dieses Gut? Die Erfahrung lehrt so viel: Schöne Lagen sind für den gewöhnlichen Wohnungssuchenden meistens nicht bezahlbar, bezahlbare Lagen selten schön. In attraktiven Innenstadtvierteln machen sich Banken, Verwaltungen und Kommerz breit. Die Mehrheit bevölkert Wohnblocks, am Ende gar in Problemvierteln.
    • Wie geht der Sozialstaat mit der allgemeinen Notlage um, die die Grundeigentümer damit unter der arbeitenden Bevölkerung anrichten? Warum macht der Staat Gesetze zur Mietpreissteigerung, „Kappungsgrenze“, „Vergleichsmiete“ –, mit denen er keine Erhöhung der Mieten verhindert, sondern ihren Anstieg dosiert und so garantiert? Und warum springt der Staat mit Wohngeld und anderen Mietzuschüssen ein, bevor er angesichts mangelhafter Zahlungsfähigkeit der proletarischen Kundschaft seinen Grundeigentümern einen Einnahmeverzicht zumutet? Warum sichert er damit dieser Sorte Eigentümer ein Geschäft, das der Geldbeutel vieler Lohnabhängiger offenbar nicht hergibt?
    • Hier der Flyer zur Veranstaltung als pdf.

      Vortrag & Diskussion am DI, dem 24. April, 19 Uhr c.t. Schlatterhaus, kleiner Saal, Österbergstr. 2, Tübingen

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      Diskussion am DI, dem 05. März, 20:00 Uhr, Tübinger Clubhaus, Wilhelmstr. 30, gegenueber Neue Aula, linker Eingang, 1.Stock

      Frankreich erobert Mali zurück

    • Noch ein Blitzkrieg für die ausgreifenden Sicherheitsbedürfnisse
      des Westens
    • Und was hat Mali davon? Einen Auftrag zum Dauerkrieg gegen
      die Feinde des Westens
    • Im Anhang der ausführliche Flyer zur Veranstaltung.

      Diskussion am DI, dem 05. März, 20:00 Uhr, Tübinger Clubhaus, Wilhelmstr. 30, gegenueber Neue Aula, linker Eingang, 1.Stock

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      Vortrag & Diskussion am DI, dem 05. Februar, 19:00 Uhr c.t., Adolf-Schlatter-Haus, kleiner Saal, Österbergstr. 2, Tübingen

      „Bürgerkrieg“ gegen Syrien

      Warum der Westen Islamisten aufrüstet
      & die Russen mal wieder die Bösen sind

      So wird es einem jeden Tag im Fernsehen und in der Presse berichtet: Der „Bürgerkrieg“ in Syrien besteht darin, dass eine Regierung mit Waffengewalt gegen „ihr Volk“ zuschlägt und die Aufständischen schon allein deswegen politisch und vor allem auch moralisch schwer im Recht sind. Das ist eine parteiliche Sichtweise, die natürlich rein zufällig ziemlich deckungsgleich ist mit den Positionen der NATO-Regierungen und ihren Partnern unter den Monarchien und Emiraten im Nahen Osten. Diese Parteilichkeit lässt sich auch nicht durch die gelegentlich nachzulesenden historischen Informationen verunsichern – so etwa, dass Baschar al-Assads Vater und Vorgänger als Präsident mit Zustimmung der westlichen Staatengemeinschaft 1982 gegen aufständische Islamisten in seinem Land äußerst brutal vorging. Damals galt keineswegs die Sprachregelung „Assad schießt auf sein Volk“, und das von ihm befohlene Bombardement der islamistisch beherrschten Stadt Hama führte nicht dazu, dass der Westen einen Regime-Wechsel forderte oder gar eine bewaffnete Opposition auf- und ausrüstete. Im Gegenteil: Bush senior gliederte Syrien in seine „Koalition der Willigen“ für den ersten Irak-Krieg ein. 2004 unterzeichnete die Europäische Union ein Assoziierungsabkommen mit Assads Syrien. Und Deutschland hatte bis zur „Arabellion“ noch die besten Beziehungen zu Damaskus.

      Seit Beginn der Massendemonstrationen vor gut einem Jahr und dem Beginn des „Bürgerkrieges“ ist das alles anders: Der Zeitungsleser und Fernsehzuschauer wird nicht nur zu der theoretischen Parteinahme eingeladen, gut und böse zu unterscheiden, wenn „weit hinten in Arabien die Völker aufeinander einschlagen“, so dass er den Objekten seiner Sympathie im Geiste die Daumen drücken kann. Als Deutscher, Europäer, Westler wird er darüber hinaus damit vertraut gemacht, dass er selbst einer interessierten Kriegspartei angehört. Dass es daher auch seine Sache sein muss, dass Assad fällt. Wen der syrische Staatspräsident womit und wobei überhaupt stört und was „uns“ das alles angeht, braucht der deutsche Leser gar nicht zu wissen, wenn er nur weiß, auf welcher Seite er steht: Im Namen der „zivilen Opfer“ Partei zu ergreifen gegen das „Regime“ und für die „Freiheitskämpfer“ gilt als politisch korrekt, ist jedoch intellektuell unredlich. Denn wenn sich die kriegführenden Parteien in etwas nicht unterscheiden, dann darin, dass sie Leichen produzieren. Das liegt an der Natur der Sache, um die sie kämpfen: die Behauptung bzw. die Eroberung der Staatsgewalt. Den einzig real existierenden Unterschied stiftet die Durchschlagskraft ihrer Waffen – und da machen die Rebellen ja durchaus Fortschritte. Der Verdacht liegt also nahe, dass es den Freunden syrischer Witwen und Waisen letztlich darauf ankommt, für eine Wende im militärischen Kräfteverhältnis zu werben.

      Von einer Diskussionsveranstaltung des GegenStandpunkt kann man kein demonstratives Mitleid mit den Opfern, keine moralische Verurteilung von Schuldigen oder gar Solidarität mit einer Seite erwarten.

      Stattdessen stellen wir auf unserer Veranstaltung zur Diskussion:

      * eine Kritik der parteilichen Sichtweise hierzulande, die mit selektiver Sympathie für einen Teil der Opfer Kriegspropaganda macht;
      * eine Analyse des historischen Pechs aller Beteiligten vor Ort, zum Objekt welt- und regionalpolitischer mächtiger und abhängiger Interessen geworden zu sein;
      * eine Erklärung, worum es den Mächten geht, die den „Bürger“krieg gegen Syrien aufgerüstet haben und führen (lassen):
      – warum die USA und ihre engsten Bündnispartner in Europa die Parole ausgegeben haben: „Assad muss weg!“ und warum Deutschland schon wieder in einen Krieg einsteigt;
      – warum sich dabei so gegensätzliche islamische Staaten wie Saudi-Arabien und die Türkei einspannen lassen;
      – warum Russland und China Assad unterstützen und im UN-Sicherheitsrat gegen alle westlichen Resolutionen ihr Veto eingelegt haben.

      Vortrag mit Diskussion am Dienstag, 5. Februar 2013, 19:15 Uhr,
      Tübingen, Schlatterhaus, Kleiner Saal, Österbergstr. 2.

      [Plakat]

      [Flugblatt]

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      Vortrag & Diskussion am DI, dem 20. November, 19:00 Uhr c.t., Adolf-Schlatter-Haus, kleiner Saal, Österbergstr. 2, Tübingen

      Außenpolitik und Menschenrechte:
      Eine gewaltträchtige Angelegenheit

      2.9.2012. Westerwelle im Deutschlandfunk: „(…) Wir machen ja nicht nur eine interessengeleitete Außenpolitik, das heißt, wir wollen ja nicht nur globale Fragen lösen oder uns als Handelsnation ins Spiel bringen für gute Geschäfte und gute Wirtschaftsinvestitionen und viele Arbeitsplätze, sondern wir machen ja auch eine werteorientierte Außenpolitik. Das heißt, dass wir selbst mit den Partnern, mit denen wir höchste geschäftliche Interessen haben, immer wieder das Thema (…) Menschenrechte (…) ansprechen und auf den Tisch bringen.“

      Dass Außenpolitik die „vitalen“ Interessen eines Landes verfolgt, das ist noch jedem, nicht nur dem Außenminister, geläufig. Da wird alles aufgeboten, was eine Nation an Machtmitteln in der Konkurrenz zu anderen Staaten in Anschlag bringen kann, um „Beziehungen“ zum Nutzen der eigenen Nation zu gestalten. Eine „werteorientierte Außenpolitik“ soll dazu gewissermaßen das Gegenstück sein. Hier, so soll man es sich vorstellen, ginge es einem Staat nicht um sich, seine Handels- und sonstigen Interessen, sondern um Höheres. Hier kümmere sich ein Staat nicht um seinen Nutzen, sondern leiste einen Dienst. Woran? An den Menschen. Dieser Gedanke hat mittlerweile so sehr verfangen, dass selbst Kriege, wenn sie im Namen der Menschenrechte geführt werden, als Dienst an den davon betroffenen Menschen gelten. Ja mehr noch: Wird ein Staatschef als Menschenrechtsverletzer eingestuft und ein Staat beteiligt sich nicht an einem Krieg gegen sein Land, wie unlängst Deutschland im Falle Libyens, dann wird die Frage gestellt, ob da nicht Interessenpolitik am Werk sei.

      * Für wen und wofür führen Staaten Krieg, wenn sie ihn mit dem „Menschenrecht“ oder einer „humanitären Notlage“ begründen?.
      * Welche Rolle weist ein „werteorientierter“ Staat anderen Staaten zu?.
      * Warum verlangen Staaten, die andere des Verstoßes gegen Menschenrechte anklagen, dafür Anerkennung von ihresgleichen? Welche Rolle ist dabei internationalen Gremien und Instanzen zugedacht?.
      * Was ist von dem Gedanken zu halten: Das Menschenrecht militärisch durchzusetzen mag schlimm sein, es aber nicht durchzusetzen, wäre das größere Übel?.
      * Welchen Beitrag leisten Human Rights Watch und andere NGOs bei der weltweiten Durchsetzung dessen, was Staaten im Namen der Menschenrechte an „Weltordnung“ herstellen?.

      Die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung will prüfen, was von dem guten Ruf des Menschenrechts in der Diplomatie und in den allerhöchsten Gewaltaffairen zwischen Staaten eigentlich zu halten ist.

      [Flugblatt]

      [Plakat]

      Vortrag & Diskussion am DI, dem 20. November, 19:00 Uhr c.t., Adolf-Schlatter-Haus, kleiner Saal, Österbergstr. 2, Tübingen

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      Vortrag & Diskussion am MI, dem 04. Juli, 19 Uhr c.t., Adolf-Schlatter-Haus, Österbergstr. 2, Tübingen

      Die Menschenrechte:

      Heiligenschein und diplomatische Waffe der Staatsgewalt

      Keine Woche vergeht, ohne dass private Vereine wie Human Rights Watch, Journalisten oder Politiker Menschenrechtsverletzungen anprangern. Die Liste reicht von Folter und Wahlbetrug bis zu gesperrten Internetseiten. Auf der Anklagebank sitzen in der Regel auswärtige Regierungen wie China (wg. Tibet) oder „selbsternannte Diktatoren“ – nach Libyens Gaddafi („…schießt auf sein Volk!“) z. Z. der syrische Präsident Baschar al-Assad (dito). Das zumeist ideelle Gericht setzt sich aus Freunden und Vertretern der westlichen Wertegemeinschaft zusammen.
      Die zitierten Übergriffe sind an der Tagesordnung, weil der Globus von Staaten bedeckt ist, die sich ihr mehr oder weniger benutzbares Fußvolk mit Gewalt gefügig machen. Der Vorwurf der Verletzung von Menschenrechten will freilich gar keinen positiven Grund für die Brutalitäten der Politik entdecken. Fehlende Rechte, schlechtes Regieren lautet die Kritik, die ein einziges Plädoyer ist für gutes Regieren, Herrschaft also. Und das soll nur durch die Beachtung der Menschenrechte zu haben sein. Sie gelten nämlich als aus der Natur des Menschen entspringendes Recht auf Respekt durch die staatliche Obrigkeit, als Recht nicht durch, sondern gegen den Staat, als Regelwerk, das nicht wie sonst üblich die Bürger, sondern die Staatsmacht zu Wohlverhalten verpflichtet. Eine Paradoxie, weil der Staat selbst keiner Gewalt unterliegt, die ihn verpflichten könnte.
      Es ist umgekehrt, er als höchste Gewalt definiert selbst Rechte und Pflichten. Wenn Staaten sich dennoch in die Pose werfen, diesen famosen Rechten zu folgen, handelt es sich bestenfalls um eine Selbstverpflichtung, die in dem Versprechen besteht, auf solche Übergriffe zu verzichten, die sie nicht für nötig halten. Herrschaft light, diese Verklärung des einzig denkbaren Täters für politische Gewalt zur Schutzmacht ihrer Objekte, das gefällt Untertanen. Sie fürchten sich nämlich nicht zu Unrecht vor dem, was ihre Herrschaft alles könnte, wenn sie es denn wollte.
      Dieselbe Staatsgewalt, die nach innen unbedingt durch den Menschenrechtskatalog von Grobheiten gegen ihre Bürger abgehalten werden muss, ist nach außen der erste Bündnispartner für die privaten Anhänger der human rights. Wo immer in der Welt sie die Einhaltung der Menschenrechte einklagen, die heimische Politik ist bevorzugte Ansprechadresse für die Durchsetzung menschenrechtlicher Standards.
      Denn nur die Gewalt vermag, wovon sie nur träumen können, nämlich ganze Regierungen auswärts unter Aufsicht zu stellen. Selbst Kriege wie die auf dem Balkan, im Irak und in Afghanistan werden im Namen der Menschenrechte durchgefochten, ohne den Beifall der privaten Menschenrechtler zu verspielen. Im Gegenteil.
      Nicht nur das muss nachdenklich stimmen.

      Vortrag & Diskussion am MI, dem 04. Juli, 19 Uhr c.t., Adolf-Schlatter-Haus, Österbergstr. 2, Tübingen

      [Handzettel]

      [Plakat]
      [Flugblatt]
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      Mit einer Zivilklausel für einen Frieden, der Kriegsgründe schafft?

      Für Frieden sind hierzulande alle. Der gehört bewahrt, geschützt, wiederhergestellt. Darin sind sich Regierung und Opposition, der Verteidigungsminister und seine Bundeswehr, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften, die schreibende, moderierende und show-talkende Öffentlichkeit, das arbeitende Volk und die lehrende und studierende Geisteselite der Nation prinzipiell einig. Gerade Vertreter aus Letzterer sehen den hohen Wert, um den es allen geht, aktuell in Gefahr, auch und vor allem an den Hochschulen. Da befürchten Professoren ein Eindringen von Unfriedlichem in den Campus, eine dem „Geist der Gründung der Universität sowie dem Auftrag einer Friedensforschung“ widersprechende „Außensteuerung der Universität“ (Hochschullehrer und Wissenschaftler des Bremer Friedensforums); DGB-Hochschulgruppen, ATTAC und linke Friedensinitiativen entdecken eine „Strategie, die Öffentlichkeit auf Kriegskurs zu bringen und für das neue deutsche Selbstbewusstsein zu begeistern“ (Tübinger Aufruf gegen die NATO-Sicherheitskonferenz); vor dem Hintergrund einer Transformation der Bundeswehr „von der Armee zur Landesverteidigung im Kalten Krieg … zu einer Armee für internationale Einsätze weltweit“ (Bundeswehr-Website) warnen Kritiker vor einer „Militarisierung von Forschung und Lehre“ (IMI Tübingen) und einer „schleichenden Militarisierung der Universität“ (DGB-AK Tübingen). Indizien sind ..Der gesamte Artikel steht hier

      Wer mit uns über die Zivilklausel und diesen Artikel diskutieren möchte: Dienstag, 8.Mai 2012, Schlatterhaus, 19:00 Uhr c.t.

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      Vortrag & Diskussion am Di, dem 07. Februar, 19 Uhr c.t., Adolf-Schlatter-Haus, Österbergstr. 2, Tübingen

      EURO-Krise und Krisenkonkurrenz

      Europas Staaten kämpfen um ihren Kredit und verarmen ihre Völker

      Täglich bekommen die Deutschen zu hören: „Wir“ brauchen stabile europäische Banken. „Wir“ brauchen das Vertrauen internationaler Anleger in die Staatsschulden aller Euro-Länder. „Wir“ brauchen den Europäi- schen Stabilitäts-Mechanismus. „Wir“ brauchen eine Fiskalunion, die Defizit-Staaten die Souveränität über ihren Staatshaushalt wegnimmt. „Wir“ brauchen einen Euro, der stärker ist als der Dollar. Aber warum und wofür „wir“ alles das brauchen und warum dafür ausgerechnet die Euros auf den Lohn- und Rentenkonten sinken müssen – dazu hört man nur Unsinn.
      Der Vortrag wird es erklären.

      [Handzettel A5]

      [Handzettel A6]

      [Plakat]

      [Flugblatt]

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      Schon mal vormerken: Workshop 06.02.2012 ab 19 Uhr im Epplehaus, Tübingen

      Warum verhungern täglich 100.000 Menschen?

      Der Workshop richtet sich an alle, die wissen wollen, warum, trotz weltweit genügend Nahrungsmitteln, gehungert wird. Wir wollen, im ersten Teil des Workshops, den in den Medien sogenannten Faktoren des Hungers, wie Dürre, Spekulation auf Nahrungsmittel, EU Agrarsubventionen, etc. kritisch nachgehen und gemeinsam prüfen, was von ihnen als Erklärungen zu halten ist und was sie über die eingerichteten Verhältnisse verraten.
      Im 2. Teil soll es um die praktischen Maßnahmen zur Hungerbekämpfung gehen. Was wird gemacht und was ist davon zu halten, wenn heute, nach über 40 Jahren Hungerhilfe, der Hunger ein neues Rekordniveau erreicht hat?

      In einem Workshop am 06.02.2012 ab 19 Uhr im Epplehaus, Tübingen wollen wir uns die Frage nach dem Grund des Hungers stellen und die zahlreichen genannten Faktoren kritisch prüfen. Weitere Einzelheiten werden hier bekannt gegeben.

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      Vortrag & Diskussion am Di, dem 13.12.2011, 19 Uhr c.t.,
      Adolf-Schlatter-Haus, Österbergstr. 2, Kleiner Saal, Tübingen
      :

      Wieder rechter Terror in Deutschland –
      und wieder fallen alle aus allen Wolken

      Faschos

      [Ankündigungsflugblatt]

      [Handzettel]

      [Plakat]

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      Vortrag & Diskussion am Di, dem 08.11.2011, 19 Uhr c.t.,
      Adolf-Schlatter-Haus, Österbergstr. 2, Tübingen
      :

      Worum geht es bei der Reform der Bundeswehr?

      BuWe

      Referentin: Prof. Dr. Margaret Wirth, Uni Bremen

      [Veranstaltungsplakat]

      [Werbezettel]

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      Unsere wöchentliche Diskussionsveranstaltung findet dienstags ab 20 Uhr im Clubhaus, Wilhelmstr. 30, gegenüber der Neuen Aula statt (linken Eingang nehmen und dann die Treppe links hoch). Jeder Interessierte ist herzlich eingeladen. Bringt gerne auch eure eigenen Fragen und Diskussionsthemen mit. Themen und Termine werden dann im Blog angekündigt.