Nah-Ost-Konflikt

DI,18.11. Der Islamische Staat

AK kritischer Studenten trifft sich wieder am Dienstag, 18.11.2014, Clubhaus Wilhelmstraße, linker Eingang, 1. Stock, um 20:00 Uhr.

Thema:

Der „Islamische Staat“ und der Krieg gegen ihn

In der öffentlichen Darstellung hat der „Islamische Staat“ eine erstaunliche Karriere hingelegt: Vor nicht allzu langer Zeit noch eine der Hilfstruppen gegen Assad („Diktator“, „schießt auf sein Volk“, „Chemiewaffen“) und jetzt selber „Terroristen“, die es zu beseitigen gilt. Bundesaußenminister Steinmeier sprach angesichts der Enthauptungen von „einem abscheulichen Akt barbarischer Gewalt jenseits aller Grenzen menschlicher Zivilisation“. Dass der IS das Böse schlechthin ist – in dieser fundamentalistischen Beurteilung sind sich so ziemlich alle einig: von der Politik, über die Öffentlichkeit, ja selbst Linke fordern Militärschläge gegen den IS.

Daher wollen wir die verschiedenen Akteure unterscheiden und analysieren:

  1. Den „Islamische Staat“ selbst: Es kann ja wohl nicht sein, dass deren Kämpfer und Propagandisten dadurch gekennzeichnet sind, dass bei ihnen jegliche Moral fehlt. Immerhin hört man von ihnen: „Wir sind bereit für unsere Religion zu leben und zu sterben“. Wir wollen uns über die Vorstellungen von Sittlichkeit und Ordnung, von Religion und Politik Klarheit verschaffen, für die Islamisten in den Krieg ziehen, d.h., wir wollen ihre Anliegen kennen, durchschauen und kritisieren.
  2. Die Staaten, die den IS bekämpfen, sind nicht gerade ein einheitlicher Block:
    - Da ist die USA, die größte Militärmacht der Welt, an Gewaltmitteln sicher unschlagbar eindrucksvoll ausgestattet. Sie führen dort mit ihrer Luftwaffe Krieg gegen den IS und haben gleichzeitig die Devise ausgegeben „no boots on the ground“. Für was für eine Ordnung dieser Weltgegend treten sie damit an?
    - Dann gibt es die Mitkriegführer aus Europa, darunter auch Deutschland, das unbedingt beteiligt sein will und mit seinen Waffenlieferungen an eine Kriegspartei sogar einen „Tabubruch“ begeht. Andererseits kann der IS doch nicht so etwas völlig Außergewöhnliches sein, wenn die deutsche Politik gleich generell meint, viel mehr „Verantwortung“ auf dem Globus übernehmen zu müssen. Was für eine Art Staat will die BRD damit sein?
    - Und nicht zuletzt die lokalen Mächte, Saudi-Arabien, Türkei etc., die bis vor kurzem selbst als Unterstützer und Finanzierer des IS galten. Woher kommt ihr Gesinnungswandel? Ist es überhaupt einer?
  3. Es gibt Linke, die bis gestern noch strikte Kriegsgegner waren und jetzt die Bundesregierung auffordern, sich gegen den IS zu engagieren. Auch hier ist eine Neupositionierung zu beurteilen.

DI, 12.11. Der Krieg in und gegen Syrien

am Mittwoch, den 12.11.2013, 19 Uhr c.t. veranstaltet die Gruppe kritischer Studenten des AK Politik im Schlatterhaus, kleiner Saal, Österbergstr. 2, Tübingen einen öffentlichen Vortrag mit Diskussion
zum Thema:

Der Krieg in und gegen Syrien

Wer hat in Syrien die ehrenwertesten Gründe, Menschen umzubringen?

Veranstaltungsbeschreibung hier

und hier der Flyer zur Veranstaltung

Vortrag zum Krieg im Gaza-Streifen jetzt online

Wir haben die Aufnahme des Vortrages vom 21.01.2009 zum Thema „Israel „verteidigt sein Existenzrecht“ – Die Hamas kämpft darum“ (Ankündigung hier) jetzt als mp3-Datei hochgeladen. Wie immer gilt: Anmerkungen, Ergänzungen oder Kritik nehmen wir gerne entgegen.