Ich krieg' die Krise

Griechenland

Der AK trifft sich wieder am Dienstag, 14.Juli 2015, 20:00 am Clubhaus Wilhelmstraße, linker Eingang, linke Treppe, 1. Stock

Das Thema für die nächsten Termine:

Die Staatspleite Griechenlands

Folgende Fragen wurden gestellt:

  • „Wie ist Griechenland in den Staatsbankrott hineingeraten?“
  • „Wieso hat Deutschland ein Interesse an seiner Rettung – oder eben nicht?“
  • „Was hat sich die Tsipras-Regierung von dem Referendum versprochen?“

Wir gehen nicht davon aus, dass wir dieses Thema an einem Abend erledigen können.

Versus Nr. 42 erschienen

In der aktuellen, 42. Ausgabe von „Versus“ , unserer Studentenzeitung, sind folgende Texte zu finden:

  • Außenpolitik und Menschenrecht:
    eine gewaltträchtige Angelegenheit
  • Das Studium:
    Die effektive Erzeugung von akademischem Rohstoff
  • „Blockupy“-Aktionstage in Frankfurt
    Wie Protest demokratisch fertiggemacht wird
  • Deutsche Medien berichten über Syrien:
    frei, parteiisch, kriegshetzerisch
  • „Wettbewerbsfähigkeit“
    Das deutsche Rezept, der paradoxe Stein der Weisen
  • Die Piratenpartei und ihr „Menschheitstraum“ – ohne
    Chance: „Geistiges Eigentum“ im Kapitalismus

Versus Nr. 39 erschienen

In der aktuellen, 39. Ausgabe von „Versus“ , unserer Studentenzeitung, sind folgende Texte zu finden:

  • Lehren aus der „Schuldenkrise“ 2011: Was Merkels Versprechen „Wir lassen Griechenland nicht fallen!“ für die Griechen bedeutet
  • Blutbad in Norwegen: Warum Anders Breivik mit einem Blutbad das christliche Abendland vor dem Islam retten wollte
  • Mikrokredite gescheitert
  • Vorsicht BaföG
  • Deutsche im Kaufrausch

Versus Nr. 34 erschienen

In der aktuellen, 34. Ausgabe von „Versus“ [pdf], unserer studentischen Zeitung, sind folgende Texte zu finden:

  • Wie die Gesundheitspolitik mit einer Debatte konfrontiert wird, die auf ihrem eigenen Mist gewachsen ist
  • Prof. Dr. Georg Marckmann, Medizinethiker, Universität Tübingen, „Kostensensible Leitlinien“: Wie man Kranke auf ethisch korrekte Weise medizinisch mangelhaft behandelt.
  • Letzte Weisheiten der VWL – Wozu GELD alles gut ist
  • Ist Griechenland trotz EU- und Euro-Mitgliedschaft pleite oder gerade deswegen?

Vorträge zur Wirtschaftkrise vom 18.06.09 und zu Obamas „Change“ der US-amerikanischen Außenpolitik vom 07.07.09 jetzt online

Die Aufnahme des Vortrages zur Weltwirtschaftskrise vom 18.06.2009, in Freiburg, von Theo Wentzke (Ankündigung hier) und des Vortrages zu Obamas „Change“ der US-amerikanischen Außenpolitik vom 07.07.2009 von Prof. Margaret Wirth (Ankündigung hier) gibt es jetzt als mp3-Datei zum Anhören. Wie immer gilt: Anmerkungen, Ergänzungen oder Kritik nehmen wir gerne üder das Kontaktformular entgegen.

Wirtschaftskrise:

Obamas „Change“:

Versus Nr. 31 erschienen

In der aktuellen, 31. Ausgabe von „Versus“ [pdf], unserer studentischen Zeitung, sind folgende Texte zu finden:

  • Wieso? Weshalb? Warum? – Macht die Schule dumm?
  • Bildungsstreik 2009: Streiken für eine veredelte Konkurrenz in Schule und Hochschule.
  • „Bad Bank“: Viel Geld zur Rettung der Banken, eine Lektion über die Verrücktheit des Kapitalismus gratis als Dreingabe.
  • Der SPIEGEL: Der Kapitalismus ist scheiße, aber alternativlos.
  • Das Wachstum.

Jour Fixe XXVIII, 31.03.09: Zu den Demos zur Finanzkrise – Ihr wollt nicht für die Krise des Kapitals zahlen? Dann tut es auch nicht!

Demo_Kapitalismus_abschaffen

Tatsächlich bezahlt ihr längst! Und die Demonstrationsaufrufe benennen das auch: Wenn die Märkte einbrechen, wenn in Industrie und Handel die Geschäfte schrumpfen, dann wenden die Unternehmen Schaden von ihren Bilanzen ab, indem sie ihn an ihre Arbeitskräfte weitergeben: Sie entlassen, verordnen Kurzarbeit, senken Löhne. Sie passen ihre Kosten an die verminderten Geschäftsgelegenheiten an und verteidigen ihre Gewinne. An dieser Front findet der Kampf darum statt, wer in welchem Maß Opfer zu bringen hat dafür, dass das Wachstum wieder in Gang kommt und die ganze kapitalistische Scheiße von vorne losgeht. Wer sich die Rolle als flexibler Kostenfaktor nicht mehr gefallen lassen will; wer es satt hat, in Zeiten der Konjunktur mit flexibler Arbeitsbereitschaft für das Wachstum der Profite bereit zu stehen und in der Phase der Schrumpfung die Firmenbilanzen durch Lohnverzicht zu sanieren, der kommt um eine Kündigung seiner Rolle als Ware Arbeitskraft nicht herum. Die Aufrufe zu dieser Demonstration schimpfen kräftig auf den Kapitalismus und fordern „ein anderes Wirtschafssystem, das Mensch und Natur dient“ – aber den Kampf um die Abschaffung des Kapitals, den finden sie nicht für nötig.

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Zeit für Systemwechsel“ schreibt der gemeinsame Aufruf. Ein merkwürdiger Systemwechsel ist das, der all die Figuren gleich wieder mit an Bord nimmt, die in der schlechten alten Gesellschaft das Sagen haben und deren Profitmacherei all die aufgezählten Übel von der Armut in Europa und in der Welt bis hin zum Klimawandel verursacht.

  • Die Millionäre zum Beispiel. Sie bleiben Millionäre: Schließlich will man ihnen eine Millionärssteuer aufbrummen, um die staatlichen Unkosten der Bankenrettung zu mindern.
  • Die Banken müssen natürlich gerettet werden! Auch sie sind in der „solidarischen Gesellschaft“ unverzichtbar. Nur gesunde Banken können der Wirtschaft Kapitalvorschuss auf Kredit spendieren – und Kapital braucht die arbeitende Bevölkerung ja wohl so nötig wie das tägliche Brot, oder? Und das Vermögen der Banken wird vom Volk auch noch gebraucht – denn nur reiche Banken können den vom Demo-Aufruf geforderten Fonds auflegen, mit dem sie sich selber aus ihrer Pleite herauskaufen und dem Volk Kosten für die unverzichtbare „Sanierung des Finanzsektors“ ersparen.
  • Und die Wirtschaftskapitäne aus der „Realwirtschaft“ – die braucht ihr natürlich auch in der neuen Gesellschaft: Wer sonst könnte den Kredit der Banken verwenden und neben dem eigenen Profit noch den Zins für die Banken aus der Arbeit herauswirtschaften. Nur Ausbeutung kann die Arbeitsplätze schaffen, die das Volk braucht! Die muss wieder in Gang kommen. Denn für die kapitalismuskritischen Aufrufe scheint das Übel des Kapitalismus nicht darin zu bestehen, dass es in diesem System Lebensunterhalt für Arbeiter nur gibt, wenn ihre Arbeit Profit abwirft. Sondern darin, dass der Kapitalismus gegenwärtig mal nicht gescheit funktioniert.

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Nicht nur die Reichen und Mächtigen, auch die Armen und Abhängigen treten in der „solidarischen Gesellschaft“ wieder in ihren alten Rollen auf: Wozu fordert man wohl einen „Sozialen Schutzschirm“, wenn man nicht davon ausgeht, dass es weiterhin ohnmächtige und schutzbedürftige Sozialfälle geben wird:

  • einen Mindestlohn für die Beschäftigten im Niedriglohnsektor. Den Sektor soll es offenbar noch länger geben – da haben die Aufruf-Autoren es dann schon nötig, sich von der SPD-Definition des für arme Arbeiter Zumutbaren mit einem ‚aber bitte armutsfest’ abzugrenzen.
  • eine „existenzsichernde“ Erhöhung der Hartz-IV-Sätze für die Langzeitarbeitslosen, die auch nicht weniger werden – mitsamt ihrer ewig unsicheren Existenz;
  • Sozialrente mit 65 statt mit 67 für die Alten, die in der Krise sowieso vor Erreichen der Altersgrenze aus den Betrieben gedrängt werden.

Geht’s noch bescheidener? Aber was soll man schon erwarten von einem Demonstrationsaufruf, der die „Menschen vor Profite“ setzen, also die Rangordnung der beiden hohen Güter korrigieren will? Profit soll schon sein, aber der Mensch darf darüber nicht vergessen werden! Mensch und Profit sollen koexistieren können, so ist es doch gemeint? Wie passt das dazu, dass Profit von vornherein auf Kosten der arbeitenden Menschen geht? Dass er gar nichts anders ist, als was der Kapitalist aus seinen Arbeitskräften herausholt?
Sieht so die „andere Welt“ aus? Ist das das „neue Wirtschaftssystem“, für das ihr demonstrieren geht?

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Nein, liest man, mit Mindestlohn, existenzsichernder Sozialhilfe, Rente mit 65 etc. ist die „solidarische Gesellschaft“ noch nicht fertig. Das alles sind nur „Sofortmaßnahmen“, „erste Schritte“ – aber Schritte wohin? Die Demo-Aufrufe zählen viele Übel auf, die das kapitalistische Wirtschaften bei der Klasse der Lohnabhängigen verursacht, aber sie wenden sich nicht gegen das Kapital, sondern an den Staat, der dem Schaden Grenzen ziehen soll. Also an genau die Adresse, die mit ihrer politischen Macht durch die Garantie des Privateigentums die Wirtschaftsmacht des Kapitals in die Welt setzt, absichert und betreut. Eine sozialere Politik soll die Schäden korrigieren, die die Wirtschaft verursacht. Im Fordern nach Schadensbegrenzung werden all die ökonomischen Prinzipien, die im Kapitalismus herrschen, und all die sozialen Rollen, die er hervorbringt, vorausgesetzt und anerkannt. Das ist nicht ein erster Schritt zur Abschaffung des Kapitalismus, es ist der Ruf nach sozialer Politik, der diese Ausbeutungsökonomie begleitet, solange es sie gibt.

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Wer nicht weiterhin zum Opfer von Krise und Krisenbewältigung gemacht werden will, wer in einem neuen Aufschwung nicht wieder Mittel des Profits sein will – der hat anderes zu tun, als mit einer Demonstration gesellschaftlichen Druck für einen sozialen Politikwechsel in Berlin aufzubauen.

Ihr wollt nicht zahlen für die Krise des Kapitals? Dann verweigert euer Mitmachen! Aber feilscht nicht mit der Regierung um Preisnachlässe bei der Bezahlung der Krisenlasten.

Wer mit uns über dieses Flugblatt, über die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie darüber diskutieren möchte, warum die Kritik am Kapitalismus als „neoliberaler Turbokapitalismus!“ theoretisch und praktisch nichts taugt, laden wir zu unserem nächsten öffentlichen Diskussionstermin ein. Wir treffen uns um 20 Uhr im Clubhaus, Wilhelmstr. 30, linker Eingang, 1. Stock.

(Das Flugblatt als pdf)

Vortrag zur Finanzkrise jetzt online

Wir haben die Aufnahme des Vortrags vom 05.11.2008 zum Thema „Was der Kollaps des Finanzsystems über den Reichtum der kapitalistischen Nationen lehrt“ (Ankündigung hier) jetzt als mp3-Datei hochgeladen. Da die Aufnahme in Tübingen nicht so gut gelungen ist, gibt es jetzt die Aufnahme des gleichnamigen Vortrages aus Freiburg zu hören. Viel Spass beim Anhören und wie immer gilt: Anmerkungen, Ergänzungen oder Kritik nehmen wir gerne entgegen.