21.07. Disk. zu Ehe und Familie

Am DI, trifft sich der Arbeitskreis kritischer Studenten wieder im Clubhaus Wilhelmstraße, linker Eingang, erster Stock.

Als Thema wurde gewünscht:

Ehe und Familie

Auch Menschen, die nicht Mann und Frau sind, dürfen inzwischen in vielen Ländern von Gesetzes wegen den Bund der Ehe eingehen. Dies gilt als gute Nachricht. Warum eigentlich? Ist den Liebenden bekannt, dass sie als Eheleute dann nicht mehr zu zweit sind, sondern dass ein Dritter an Tisch und Bett mit dabei ist, der sie auf korrekte Vertragserfüllung festnagelt? Denn für die Staatsgewalt ist ein aus freiem Entschluss gewähltes Verhältnis mit der Eheschließung nicht mehr eine Sache der Neigung, sondern der Pflicht: Sie besteht, komme was wolle, auf der korrekten Erfüllung der daraus erwachsenden Verpflichtungen. Dass sich menschliche Liebesbeziehungen auch ändern können, macht die Beteiligten nicht frei davon.

Wir wollen klären:

  • Warum und wie mischt sich der Staat in diese sehr persönlichen Beziehungen ein? Was hat er davon?
  • Denn auch wenn sie sich dann doch wieder trennen wollen, geht es ja weiter mit den Vorschriften, wie das dann korrekt durchgeführt werden kann, und welche Pflichten ihnen bleiben, auch wenn sie getrennt sind.
  • Erst recht wenn Kinder da sind, wird der Familie Enormes abverlangt. Und oft genug sieht man dieser Kleingruppe von Menschen dann auch an, dass sie damit nicht fertig wird. Denn die Familie, als Hort der Geborgenheit gepriesen, ist gar nicht so selten auch der Ort der erbitterten Vorwürfe, der tiefsten Zerwürfnisse, bis hin zu Gewalttätigkeiten. Was hat das mit dem zu tun, was die „Keimzelle des Staates“ in dieser Gesellschaft leisten soll?