Archiv für Juni 2015

Disktermine zu „Flüchtlinge“

Am MI, 01.07.2015 veranstaltet der Arbeitskreis kritischer Studenten eine öffentliche Diskussionsveranstaltung zum Thema

Die Katastrophe „Flüchtling“
Global überflüssig gemacht und von den Staaten als Last behandelt

Einzelheiten und den Text der Einladung gibt es

hier

Wer mit uns über dieses Thema anschließend

weiter diskutieren

möchte, ist dazu herzlich eingeladen
am DI, 07.07.2015
um 20 Uhr
im Clubhaus Wilhelmstraße, linker Eingang, erster Stock.

Termin „Allgemeinwohl“ – Info

Leider musste der Termin am 16.06.2015 entfallen. Das Thema

Das Allgemeinwohl – was ist das?
Die ökonomische Antwort: Wirtschaftswachstum

soll dann Anfang des Wintersemesters besprochen werden. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Es ist allgemeiner Konsens, dass es aufs Allgemeinwohl ankommt. Gleichzeitig haben die Einzelnen ganz andere Sorgen, als das Allgemeinwohl oder ein Wachstum für die Allgemeinheit voranzubringen. Jeder ist vollauf damit beschäftigt zu schauen, wie er selbst darin zurechtkommt: Die Vermieter verlangen steigende Mieten, die Mieter brauchen billigen Wohnraum; abhängig Beschäftigte wollen anständige Entlohnung, für die Unternehmen sollen die Lohnkosten niedrig sein. Auch die Unternehmen ziehen nicht an einem Strang: Natürlich will Daimler wachsen, aber eben auch auf Kosten von BMW – und nicht etwa zusammen mit der Konkurrenz-Firma. Das alles passt schlecht zusammen, ein gemeinschaftliches Interesse ist da nicht zu entdecken. Es ist auch nicht zu erkennen, wie das Allgemeinwohl die Summe aller Einzelinteressen sein könnte, so verschieden und sogar gegensätzlich, wie die sind.
Wer wirklich fürs Allgemeinwohl eintritt und darauf besteht, dass es da zuallererst um Wirtschaftswachstum gehen muss, das ist der Staat. Die derzeitige Chefin des hiesigen Allgemeinwohls: „Ohne Wachstum keine Investitionen, ohne Wachstum keine Arbeitsplätze, ohne Wachstum keine Gelder für Bildung, ohne Wachstum keine Hilfe für die Schwachen. Und umgekehrt: mit Wachstum Investitionen, Arbeitsplätze, Gelder für die Bildung, Hilfe für die Schwachen und am wichtigsten Vertrauen bei den Menschen.“ (Merkel, 2009) Ganz prinzipiell, dogmatisch und alternativlos wird postuliert, dass die Wirtschaft beständig wachsen muss. Dieses Wachstum wird als unersetzliche Grundlage hingestellt, ohne die eine Politik für Arbeitskräfte, Auszubildende und „Schwache“ gar nicht erst möglich wäre. Stimmt das?
Deshalb wollen wir klären:
Was ist es, das da „wachsen“ soll? Und was genau verlangt eigentlich der Staat mit seiner Politik der Wachstumsförderung von den – verschiedenen! – Mitgliedern seiner Gesellschaft? Was verlangt er von den Unternehmern, den erfolgreichen wie den unterlegenen, von den Lohnabhängigen, von den Studierenden, …? Je nach Stellung in der Wirtschaft sind das ja höchst unterschiedliche Aufgaben. Und ob bei den verschiedenen ökonomischen Figuren dann etwas wächst oder nicht, ist noch sehr die Frage.
Im Resultat gibt es dann Gewinner, bei denen wirklich Reichtum wächst, auf der einen Seite, die „Schwachen“, bei denen nichts wächst außer der Armut, auf der anderen Seite, und noch jede Menge Existenzen zwischen diesen Extremen. Und das ist das Ergebnis von Jahrzehnten von Wirtschaftswachstum! Schafft das Wachstum womöglich erst die Missstände, gegen die es Mittel bereitstellen soll? Und wie kommt es, dass fast bei allen, ob erfolgreich oder gescheitert, das Wachstum einen unverwüstlich guten Ruf hat und behält?