DI, 12.05. Diskussion zu Griechenland

Am Dienstag den 12.05.2015, veranstaltet die Gruppe kritischer Studenten des AK Politik der Universität Tübingen eine öffentliche Diskussionveranstaltung zum Thema:

Der politische Kampf um die „Rettung Griechenlands“

Ein Lehrstück über Geld, Kredit und Macht im Europa des Euro

Seit dem Beginn der „Griechenland-Krise“ gehen die Meinungen über deren Gründe und die Vorschläge zu deren Bewältigung weit auseinander. Die Zuspitzung der politischen Auseinandersetzung nach dem Wahlerfolg der Syriza hat die öffentliche Auseinandersetzung erneut angestachelt.

Die einen

    • fühlen sich als deutsche Steuerzahler, denen die Griechen auf der Tasche liegen, und echauffieren sich über „Griechen-Raffkes“,
    • möchten „unseren“ Euro vor hellenischer „Misswirtschaft“ retten,
    • vermissen die einschneidenden Reformen, die Griechenland „uns“ schuldet.

Andere

    • meinen, dass statt dessen Hilfe für das griechische Volk und seine Regierung nottut und möglich sein müsste,
    • sorgen sich um Alternativen der Rettung Griechenlands und um die Verantwortung deutscher Politik,
    • halten die rigiden Spardiktate für einfach verfehlt und kontraproduktiv,
    • plädieren für Schuldenschnitt und mehr Kredit für den griechischen Staat als Weg der Besserung.

Wieder andere

    • entdecken in der Euro-Krise Chancen für ein endlich solidarisches Europa der Völker,
    • machen in den Notstrategien der griechischen Bevölkerung den Keim einer neuen sozialistischen Lebensform aus,
    • sehen im Wahlsieg von Syriza einen Aufwind für eine alternative linke Politik in Europa.

Über diese Urteile und Vorstellungen möchten wir in unserer Veranstaltung diskutieren, weil wir meinen, dass sie das, worum es bei der „Rettung Griechenlands“ geht, verfehlen.

Daher sollen zur Klärung der Sache, die so pathetisch als „Rettung“ beschrieben wird, auf der Veranstaltung Fragen wie die folgenden aufgeworfen und beantworten werden:

    • Warum geht das ganze Land zugrunde, wenn die griechische Regierung keinen Kredit mehr bekommt? Wie kommt es dazu, dass einem Staat das Geld ausgeht, und was zeigt das über die Euro-Gemeinschaft der Staaten?
    • Warum bestehen Deutschland und die Troika der griechischen Regierung gegenüber gnadenlos auf Kreditbedienung, auch wenn das Griechenland brachlegt, und stellen dafür sogar weitere Kredite zur Verfügung? Worum geht es bei dem Erhalt des Euro als „gutes Geld“?
    • Warum gerät die Rettung Griechenlands für den Euro zu einem politischen Kampf, in dem griechische Politiker auf die „Souveränität“ Griechenlands und die „Ehre“ des griechischen Volkes pochen und deutsche auf die „Regeln“ des „politischen Einigungswerks Europa“, und was legt das über dieses Staatenbündnis und seinen Euro offen?

Hier diese Ankündigung als download

Wann und wo: Dienstag, 12. Mai, 19:00 Uhr
Schlatterhaus Österbergstr. 2, Tübingen.