Archiv für April 2015

DI, 12.05. Diskussion zu Griechenland

Am Dienstag den 12.05.2015, veranstaltet die Gruppe kritischer Studenten des AK Politik der Universität Tübingen eine öffentliche Diskussionveranstaltung zum Thema:

Der politische Kampf um die „Rettung Griechenlands“

Ein Lehrstück über Geld, Kredit und Macht im Europa des Euro

Seit dem Beginn der „Griechenland-Krise“ gehen die Meinungen über deren Gründe und die Vorschläge zu deren Bewältigung weit auseinander. Die Zuspitzung der politischen Auseinandersetzung nach dem Wahlerfolg der Syriza hat die öffentliche Auseinandersetzung erneut angestachelt.

Die einen

    • fühlen sich als deutsche Steuerzahler, denen die Griechen auf der Tasche liegen, und echauffieren sich über „Griechen-Raffkes“,
    • möchten „unseren“ Euro vor hellenischer „Misswirtschaft“ retten,
    • vermissen die einschneidenden Reformen, die Griechenland „uns“ schuldet.

Andere

    • meinen, dass statt dessen Hilfe für das griechische Volk und seine Regierung nottut und möglich sein müsste,
    • sorgen sich um Alternativen der Rettung Griechenlands und um die Verantwortung deutscher Politik,
    • halten die rigiden Spardiktate für einfach verfehlt und kontraproduktiv,
    • plädieren für Schuldenschnitt und mehr Kredit für den griechischen Staat als Weg der Besserung.

Wieder andere

    • entdecken in der Euro-Krise Chancen für ein endlich solidarisches Europa der Völker,
    • machen in den Notstrategien der griechischen Bevölkerung den Keim einer neuen sozialistischen Lebensform aus,
    • sehen im Wahlsieg von Syriza einen Aufwind für eine alternative linke Politik in Europa.

Über diese Urteile und Vorstellungen möchten wir in unserer Veranstaltung diskutieren, weil wir meinen, dass sie das, worum es bei der „Rettung Griechenlands“ geht, verfehlen.

Daher sollen zur Klärung der Sache, die so pathetisch als „Rettung“ beschrieben wird, auf der Veranstaltung Fragen wie die folgenden aufgeworfen und beantworten werden:

    • Warum geht das ganze Land zugrunde, wenn die griechische Regierung keinen Kredit mehr bekommt? Wie kommt es dazu, dass einem Staat das Geld ausgeht, und was zeigt das über die Euro-Gemeinschaft der Staaten?
    • Warum bestehen Deutschland und die Troika der griechischen Regierung gegenüber gnadenlos auf Kreditbedienung, auch wenn das Griechenland brachlegt, und stellen dafür sogar weitere Kredite zur Verfügung? Worum geht es bei dem Erhalt des Euro als „gutes Geld“?
    • Warum gerät die Rettung Griechenlands für den Euro zu einem politischen Kampf, in dem griechische Politiker auf die „Souveränität“ Griechenlands und die „Ehre“ des griechischen Volkes pochen und deutsche auf die „Regeln“ des „politischen Einigungswerks Europa“, und was legt das über dieses Staatenbündnis und seinen Euro offen?

Hier diese Ankündigung als download

Wann und wo: Dienstag, 12. Mai, 19:00 Uhr
Schlatterhaus Österbergstr. 2, Tübingen.

DI, 05.05. Deutschlands Gedenktage

Terminänderung

Anders als ursprünglich angekündigt trifft sich der AK Politik erst wieder am Dienstag, den 05.05.2015, um den 2. Teil des laufenden Themas zu besprechen. Treffpunkt ist um 20:00Uhr im Clubhaus Wilhelmstraße, linker Eingang, erster Stock.

Deutschland, seine Vergangenheit und seine
Gedenktage

Wir wollen die offiziell gepflegte Erinnerungskultur besprechen. Beispielgebend der Bundespräsident Gauck: „Solange ich lebe, werde ich darunter leiden, dass die deutsche Nation mit ihrer so achtenswerten Kultur zu den ungeheuerlichsten Menschheitsverbrechen fähig war ….“ (27.1.2015). In wenigen Worten schafft er es, hochoffiziell an der schrecklichen Politik des Vorgängerstaates zu leiden, und gleichzeitig auszudrücken, dass dessen Taten für eine Kulturnation wie Deutschland eigentlich undenkbar sind. Demonstratives Schämen, Verurteilen, um Deutschland dadurch ins Recht zu setzen, dann den Richter über andere Nationen geben, die moralisch noch nicht so weit sind wie die deutschen …, nationale Feiertage sind eine seltsame Übung in der BRD.

Wir nähern uns ja dem 70. Jahrestag der Kapitulationserklärung des deutschen Reiches, der bei uns inzwischen als Tag der „Befreiung“ gilt. Wenn Russland mit einer Militärparade 70 Jahre „Sieg über den Faschismus“ feiert, ist dem hiesigen Leitartikelschreiber gleich klar, dass dort die Erinnerung an die Geschichte für nationalistische Anliegen missbraucht wird.

Wir wollen klären, welche nationalen Anliegen hierzulande durch die deutsche Art des Gedenkens befriedigt werden.

Da dieser 2. Teil unserer kleinen Diskussionsreihe ein eigenständiges Thema darstellt, kann jeder gerne kommen, einfach nur zuhören oder munter mitdiskutieren, unabhängig davon, ob man ersten Veranstaltungstag dabei war.

DI, 21.04. Deutschlands Gedenktage

Der AK Politik trifft sich wieder am kommenden Dienstag, den 21.04.2015, um 20:00 im Clubhaus Wilhelmstraße, linker Eingang, erster Stock.

Thema:

Deutschland, seine Vergangenheit und seine Gedenktage

Jeder, der schon einmal ein KZ oder Vernichtungslager besucht hat, hat es wohl schon erlebt: Diese Ausstellungen sind darauf angelegt, „Wut, Trauer, Abscheu und Fassungslosigkeit“ hervorzurufen. Und wirklich kann man hinterher keinesfalls besser sagen, warum die Nazis die Juden vernichtet haben, als vorher, hat aber viel Schreckliches gesehen und ist entsetzt über so viel unerklärliche Brutalität.

Die „Unbegreiflichkeit“ der Vernichtungspolitik wird auch dadurch festgeklopft, dass nur Gründe benannt werden, die nicht verantwortlich sein können: Wo die Juden doch in ihrer Mehrzahl loyale Deutsche waren; nicht nur die Strenggläubigen, auch die Assimilierten waren betroffen; sie wurden als Vertreter des „raffenden“ Kapitals gebrandmarkt, aber auch als Kommunisten – was ja wirklich nicht dieselbe Zielgruppe ist. Resultat: völlig unerklärlich, was Hitler gegen „die Juden“ hatte.

Deswegen wollen wir klären: Für was wurden sie haftbar gemacht? Welche Art Politik braucht eine solche radikale innere Säuberung? Was für ein Deutschland sollte mit ihrer Vernichtung hergestellt oder befördert werden?

Für die Klärung dieser Fragen haben wir den 21.4.2015 vorgesehen.

An einem zweiten Abend wollen wir die offiziell gepflegte Erinnerungskultur besprechen. Beispielgebend der Bundespräsident Gauck: „Solange ich lebe, werde ich darunter leiden, dass die deutsche Nation mit ihrer so achtenswerten Kultur zu den ungeheuerlichsten Menschheitsverbrechen fähig war ….“ (27.1.2015). In wenigen Worten schafft er es, hochoffiziell an der schrecklichen Politik des Vorgängerstaates zu leiden, und gleichzeitig auszudrücken, dass dessen Taten für eine Kulturnation wie Deutschland eigentlich undenkbar sind. Demonstratives Schämen, Verurteilen, um Deutschland dadurch ins Recht zu setzen, dann den Richter über andere Nationen geben, die moralisch noch nicht so weit sind wie die deutschen …, nationale Feiertage sind eine seltsame Übung in der BRD.

Wir nähern uns ja dem 70. Jahrestag der Kapitulationserklärung des deutschen Reiches, der bei uns inzwischen als Tag der „Befreiung“ gilt. Wenn Russland mit einer Militärparade 70 Jahre „Sieg über den Faschismus“ feiert, ist dem hiesigen Leitartikelschreiber gleich klar, dass dort die Erinnerung an die Geschichte für nationalistische Anliegen missbraucht wird.

Wir wollen klären, welche nationalen Anliegen hierzulande durch die deutsche Art des Gedenkens befriedigt werden. Die Diskussion ist geplant für den 28.4.2015.

Hier: diese Ankündigung zum Download