DI, 27.01 Soziale Gerechtigkeit

Der Arbeitskreis kritischer Studenten trifft sich wieder am Dienstag, 27.01.2015, um 20:00 Uhr im Clubhaus Wilhelmstraße, linker Eingang, 1. Stock

Als Thema wurde gewünscht:

Soziale Gerechtigkeit


  • Gibt es überhaupt soziale Gerechtigkeit? Was es auf jeden Fall reichlich gibt, ist der Bedarf danach, also Kritik, die unter diesem Namen laut wird: „Soziale Ungleichheit wächst rasant“ titelt diese Woche die Süddeutsche Zeitung und zitiert jede Menge „Warnungen vor der Sprengkraft sozialer Ungerechtigkeiten“. Keiner will „Ungerechtigkeiten“ und niemand würde öffentlich lauthals gutheißen, dass Banker Milliarden in den Sand setzen und Millionen an Boni kassieren, während Arme für Schummeleien im einstelligen Euro-Bereich gleich Arbeitsplatz und Lebensunterhalt verlieren. Da ist man sich einig, aber diese Einigkeit trägt nicht weit.
  • Wenn es um den harten Kern der Ökonomie geht, also darum, wer wieviel davon hat, was die Arbeit hierzulande an Erträgen liefert, dann wird sich der Verfechter der ausgleichenden sozialen Gerechtigkeit einer anderen Gerechtigkeitsfraktion gegenübersehen: Wer mehr leistet, soll auch mehr verdienen, wer arbeitet, soll mehr Geld bekommen als wer nicht arbeitet etc.: Freunden der Leistungsgerechtigkeit samt den entsprechenden Unterschiede fällt da viel ein.
  • Sicher ist: Der Ruf nach sozialer Gerechtigkeit kommt auf, weil es jede Menge Armut gibt in dieser reichen Gesellschaft. Gleichzeitig kümmert man sich mit diesem Ruf gar nicht darum, wieso das so ist und bleibt. Man meldet Korrekturbedarf an, Handlungsbedarf vonseiten des Staates, der dafür sorgen soll, dass auch die Armen das kriegen, was ihnen unter dem Gesichtspunkt sozialer Gerechtigkeit zusteht. Wir wollen diskutieren, was man mit dieser Kritik leistet und was man sich damit alles einhandelt.