Archiv für Januar 2015

DI, 27.01 Soziale Gerechtigkeit

Der Arbeitskreis kritischer Studenten trifft sich wieder am Dienstag, 27.01.2015, um 20:00 Uhr im Clubhaus Wilhelmstraße, linker Eingang, 1. Stock

Als Thema wurde gewünscht:

Soziale Gerechtigkeit


  • Gibt es überhaupt soziale Gerechtigkeit? Was es auf jeden Fall reichlich gibt, ist der Bedarf danach, also Kritik, die unter diesem Namen laut wird: „Soziale Ungleichheit wächst rasant“ titelt diese Woche die Süddeutsche Zeitung und zitiert jede Menge „Warnungen vor der Sprengkraft sozialer Ungerechtigkeiten“. Keiner will „Ungerechtigkeiten“ und niemand würde öffentlich lauthals gutheißen, dass Banker Milliarden in den Sand setzen und Millionen an Boni kassieren, während Arme für Schummeleien im einstelligen Euro-Bereich gleich Arbeitsplatz und Lebensunterhalt verlieren. Da ist man sich einig, aber diese Einigkeit trägt nicht weit.
  • Wenn es um den harten Kern der Ökonomie geht, also darum, wer wieviel davon hat, was die Arbeit hierzulande an Erträgen liefert, dann wird sich der Verfechter der ausgleichenden sozialen Gerechtigkeit einer anderen Gerechtigkeitsfraktion gegenübersehen: Wer mehr leistet, soll auch mehr verdienen, wer arbeitet, soll mehr Geld bekommen als wer nicht arbeitet etc.: Freunden der Leistungsgerechtigkeit samt den entsprechenden Unterschiede fällt da viel ein.
  • Sicher ist: Der Ruf nach sozialer Gerechtigkeit kommt auf, weil es jede Menge Armut gibt in dieser reichen Gesellschaft. Gleichzeitig kümmert man sich mit diesem Ruf gar nicht darum, wieso das so ist und bleibt. Man meldet Korrekturbedarf an, Handlungsbedarf vonseiten des Staates, der dafür sorgen soll, dass auch die Armen das kriegen, was ihnen unter dem Gesichtspunkt sozialer Gerechtigkeit zusteht. Wir wollen diskutieren, was man mit dieser Kritik leistet und was man sich damit alles einhandelt.

DI, 13.01 Pegida

Der Arbeitskreis kritischer Studenten trifft sich wieder am Dienstag, 13.01.2015, um 20:00 Uhr im Clubhaus Wilhelmstraße, linker Eingang, 1. Stock

Thema:

PEGIDA
Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes


Alle aufgeklärten bundesdeutschen Medien sind sich mit der Kanzlerin einig, dass diese Bewegung den Slogan „Wir sind das Volk" zu Unrecht verwendet, geradezu missbraucht. Was die PEGIDA denn nun von demokratischen Parteien unterscheidet, konnten wir den Kommentaren aber nicht entnehmen.
Das müssen wir uns dann wohl selber erarbeiten.
Wir wollen daher einerseits deren „Positionspapier“ analysieren, das aus 19 Thesen besteht und nur so strotzt von lauter „FÜR“s – schon ungewöhnlich für ein Oppositionspapier. Das „GEGEN“ geht erst mit These 15 los und wendet sich gegen Waffenlieferungen an verfassungsfeindliche Organisierungen (eigentlich auch eine Parteinahme FÜR die geltende Gesetzgebung und Praxis), gegen das Zulassen von Parallelgesellschaften, gegen Radikalismus, Hassprediger etc. Worin genau besteht eigentlich der Unterschied z.B. zur CSU, und wieso meinen sie, für ihren Standpunkt eine Bewegung ins Leben rufen zu müssen?
Andererseits müssen wir getrennt davon die Beweggründe der Demonstranten untersuchen: Schließlich können wir uns nicht vorstellen, dass die allen Ernstes „FÜR die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen …“(These 1) oder „FÜR sexuelle Selbstbestimmung!“ (These 12) Montag abends protestierend auf die Straße gehen. Was von den aufgeschriebenen Thesen ist eigentlich protesttauglich? Das Thema „Islamisierung“ kommt bei den Demonstranten schon gut an, auch sie halten die für eine Gefahr. Allerdings treffen sie in ihrem Alltag meist keine Muslime, die ihnen irgendwie in die Quere kommen könnten. Auch das ist also erklärungsbedürftig: Welche Art Unzufriedenheit treibt eigentlich die PEGIDA-Demonstranten um? Wieso machen sie Leute als Angstobjekte aus, womöglich als Feinde, die ihnen in der Realität ziemlich unbekannt sind?
Es nützt dabei gar nichts, dass alle Welt dieser Bewegung ablehnend oder abschätzig gegenübersteht. Je hässlicher man selber die PEGIDA findet, umso wichtiger ist es, sich über deren Denkungsart Klarheit zu verschaffen. Schließlich wollen wir Argumente dagegen erarbeiten, die auch treffen. Und es kann ja sein, dass die – begründete – Ablehnung weit über diese Bewegung hinausgehen muss.

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das Pegida-Programm
und hier die Veranstaltung dazu, am 03.02.15