DI, 21.10. GDL-Streik

Der AK kritischer Studenten trifft sich alle zwei Wochen jeweils am Dienstag, 20 Uhr im Clubhaus Wilhelmstr, gegenüber der Neuen Aula, (linker Eingang, 1. Stock), ., Tübingen.

Thema am kommenden Dienstag:

Der GDL-Streik

  • Einerseits eine ganz normale Lohnauseinandersetzung: Mehr Lohn und weniger Arbeit – darauf beziehen sich die Forderungen der GDL – sind wichtig dafür, was die Beschäftigten von ihrem Job haben. Jedem Berufstätigen geht das so und das Interesse daran ist auch genehmigt. Dass dem Interesse auch entsprochen wird, aber überhaupt nicht. Da ist die Bahn davor – und nicht nur die
  • Die veröffentlichte Meinung empört sich darüber, die GDL würde die Fahrgäste in Haftung nehmen. Damit die Züge fahren, könnte man ja auch sagen: Die Bahn sollte die Lokführer besser bezahlen, oder? Anscheinend völlig undenkbar, hat man noch nie gehört oder gelesen. Stattdessen jede Menge Hinweise auf all die Beschäftigten, die schlechter bezahlt werden, das Einklagen von „Solidarität“ etc.. In diesen Kommentaren erscheinen die Forderungen der GDL geradezu als unanständig. Woher kommt diese eindeutige Parteinahme?
  • Andererseits geht es in dieser Auseinandersetzung um die grundsätzliche Frage, wer überhaupt welche Arbeitnehmerschaft vertreten darf: Die GDL wirft der Bahn vor, sie wolle sie herausdrängen aus dem Betrieb und würde damit den Beschäftigten das Recht auf Koalitionsfreiheit nehmen. Die Bahn will auf das Gerichtsurteil warten, weil sie darauf setzt, dass ihre Position: „Ein Betrieb, eine Gewerkschaft“ bestätigt wird und sie es dann nicht mehr mit der GDL zu tun hat, sondern mit der zahmen DGB-assoziierten Eisenbahnergewerkschaft.
  • Politik und Gesetzgeber, die Vertreter des Allgemeinwohls, sind also an zentraler Stelle eingemischt in diesen Tarifkonflikt – nicht als unmittelbare Parteinahme für die Bahn AG, aber mit dem Gerichtsurteil wird darüber entschieden, welche „Koalition“ mit der Unternehmer-seite verhandeln darf (also zur Not auch ihre Kampfkraft ins Spiel bringen), und welche Gewerkschaft davon ausgeschlossen ist. Über die Kampfbegriffe „Solidarität“ und „Verantwortung“ machen die Politiker jederzeit klar, was sie von den Gewerkschaften verlangen, denen die Lizenz zum Verhandeln zugestanden wird. Auch diese staatlichen Ansprüche an Gewerkschaften (und die von ihnen Vertretenen) sollen besprochen werden am

Dienstag, 21.10.2014, 20 Uhr, im Clubhaus Wilhelmstraße

Literatur-Tipp:
„Die ,Lokführergewerkschaft’ kämpft um mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen – Die ganze Republik steht Kopf: Dürfen die das? – Bahn AG und Bahngewerkschaften sind sich einig: So nicht!“ in Gegenstandpunkt 3-07