Archiv für Mai 2014

DI, 24.06. Die Psychologie des bürgerlichen Individuums

Die Diskussionsreihe

All you need is love?

der „Gruppe kritischer Studenten“ im AK Politik
zusammen mit der „GEGEN-KULTUR“ wird weitergeführt
am Dienstag, den 24.06.2014, 19 Uhr c.t.
in der Neuen Aula, Hörsaal 6, Tübingen
mit dem Thema:

Die Psychologie des bürgerlichen Individuums

• Was ist der Fehler an der psychologischen Stellung zu sich selbst: „Ich habe ein Recht auf Anerkennung?“
• Wer angesichts aller Misserfolge, Formen des Scheiterns in seinem wirklichen Leben darauf beharrt, Anerkennung seiner Persönlichkeit/ Individualität einzufordern, hat die Beurteilung und das Suchen nach Gründen, die für sein Scheitern in der Welt der Konkurrenz dingfest zu machen sind, aufgegeben. Im Streben nach Anerkennung als Mensch überhaupt vollzieht er die Trennung von seinen Interessen und verlangt Kompensation, klagt Verständnis der Welt für sich „als Menschen pur“ ein.

• Mit der psychologischen Selbstkritik „Ich bin ein Versager“ nimmt der freie mündige Bürger sein Scheitern bitterernst, indem er „sein“ unterstreicht. „Defekte“ am eigenen „Ich“ werden als „Erklärung“ ins Feld geführt, warum er nicht können kann, was er will, sich als ‚rechtschaffener Charakter‘ zu behaupten und damit Erfolg und Anerkennung verdient zu haben. In der Selbstbezichtigung als Versager fordert er Verständnis und Anerkennung ein: „Mir steht Verständnis und Anerkennung zu, bin ich doch in einer Welt, die doch wohl mein Mittel zu sein hat, darauf angewiesen. Mit dem Befund ‚seiner Ohnmacht’, den Erfolgskriterien in der bürgerlichen Welt gerecht werden zu können, begibt er sich auf die Suche nach Voraussetzungen für seine Unfähigkeit. Wenn man auch sonst vom bürgerlichen Getriebe nichts wissen will, weil man sich in ihm zurechtfinden will, tauchen z.B. unter dem Titel „Umwelt“ und „Erziehung“ Verhältnisse auf, die für die eigenen Defekte verantwortlich sein sollen.


• In der Freiheit zur Verrücktheit betätigt sich das hinterletzte Relikt der ganzen bürgerlichen Freiheit, das übrigbleibt, wenn ein Mensch „sich“ als eigentlichen Grund für sein Scheitern in der Konkurrenz entdeckt. Der Unterschied von Verrücktheit und Normalität des bürgerlichen Individuums liegt eben nicht an der verkehrten psychologischen Stellung zu sich und seinem Treiben, sondern lediglich in ihrer Funktionalität für die bürgerliche Welt mit dem Preis der Selbstzerstörung in letzter Konsequenz.

Letzter Termin zur Veranstaltungsreihe:
Di 24.06. 19 Uhr, Neue Aula, Hörsaal 6, Die Psychologie des Bürgerlichen Individuums
Referent: Dr. Theo Wentzke

Die Veranstaltungsbeschreibung steht hier.
Der Download zur kompletten Veranstaltungsreihe steht hier. (PDF)

DI,17.06. Europa

Der Arbeitskreis Politik der „Gruppe kritischer Studenten“ diskutiert wieder – zusammen mit den Tübinger FALKEN – am Dienstag, den 17.06.2014, 20 Uhr
im Club­haus (lin­ker Ein­gang, 1. Stock), Wil­helm­str., Tü­bin­gen
über das Thema:

Europa

(Da am 3.6. viele verhindert waren, vor allem diejenigen, die sich das Thema gewünscht hatten, haben wir mit dem Thema noch nicht angefangen.)
• In Europa sind sehr unterschiedliche Staaten stimmberechtigte Mitglieder: Z.B. die BRD, eine Wirtschaftsmacht, deren Wort Gewicht hat, und am anderen Ende der Liste z.B. Griechenland, das regelmäßig Besuch von der Troika bekommt und Anweisungen entgegennehmen muss. Gibt es eigentlich etwas, was diese Staaten eint? Und was ist es?
• Wenn sich Nationen, denen es nur um die eigene Wirtschaft und die eigene Macht geht, zusammentun, um dadurch das eigene Gewicht zu vergrößern – was kommt dabei wohl `raus? Merkel jedenfalls wirbt „für ein starkes Europa“ mit dem Argument, Deutschland profitiere von der europäischen Einigung wie kein anderes Land.
• Und prompt gibt es die Kritiker, die meinen, Deutschland profitiere nicht, sondern werde „für die Schulden anderer Länder in Anspruch genommen“, und müsse sich dann noch mit dem „Missbrauch der Freizügigkeit“ herumschlagen. Das Ergebnis der Europawahl zeigt: Fast jede Nation hat eine Partei von Europagegnern, die auf dem Vormarsch ist.

Klärung und Diskussion sollen sich, wie von den Teilnehmern gewünscht, zuerst mit dem „Projekt Europa“ selbst befassen, wie es von den beteiligten Staaten installiert und mit Institutionen versehen ist und beständig weiterentwickelt wird, – um sich danach erst denen zuzuwenden, die sich als Kritiker oder Gegner dieser Politik aufstellen. Da wird auch das Verhältnis zum Nationalismus zu klären sein. Wird der durch das Europa-Projekt gebremst? Oder befeuert?

DI, 20.05. Privatsphäre im Kapitalismus

Der AK kritischer Studenten gemeinsam mit den Tübinger Falken veranstaltet am Dienstag, 20.05.2014, Clubhaus Wilhelmstraße, (linker Eingang / 1. Stock) 20:00 Uhr eine Diskussionsrunde zum Thema:

Die Rolle der Privatsphäre im Kapitalismus:
Vom Glück und seinem Scheitern in Genuss und Liebe

Das Glück in der Liebesbeziehung – Ideal der Kompensation
Glück – Was ist das eigentlich?
“Du machst mich glücklich – Ich mach dich glücklich” – Was wird da in der Liebesbeziehung gegenseitig voneinander abverlangt?

DI, 20.05. Kritik der VWL

Am kommenden Dienstag findet außerdem für die Schüler, die am Workshop in Neckartenzlingen (9.5.2014) zur Einführung in die Kritik der VWL teilgenommen haben, die Möglichkeit statt, weitere Fragen zu den Themen
Knappheit, Homo oeconomicus und die Rationalitätsprinzipien zu besprechen.
Auch über die vom Workshop her noch nicht geklärten Fragen, wie die der Alternative, der Verantwortung in der Ökonomie, oder die Frage, was es mit dem Preis als Schranke zwischen den Gütern und den Bedürfnissen auf sich hat, soll ausgiebig diskutiert werden.
Wer Interesse hat, ist eingeladen, am DI, 20.05.2014 um 20:15 Uhr vor das Clubhaus (Wilhelmstr. 30, gegenüber der Neuen Aula, linker Eingang) zu kommen. Da unser eigentlicher Veranstaltungsraum schon mit der Diskussion über die Psychologie belegt ist, suchen wir uns, je nach Teilnehmerzahl, einen anderen Raum.