Archiv für Januar 2012

MO, 06.02. Workshop zum Hunger

Am kommenden Montag, den 06.02.2012, veranstalten wir einen Workshop im Tübinger Epplehaus (Karlstraße 13, Tübingen), ab 19 Uhr. Thema:

Warum verhungern täglich 100.000 Menschen auf der Welt?

Der Workshop richtet sich an alle, die wissen wollen, warum, trotz weltweit genügend Nahrungsmitteln, gehungert wird. Wir wollen im ersten Teil des Workshops den in den Medien sogenannten Faktoren des Hungers, wie Dürre, Spekulation auf Nahrungsmittel, EU Agrarsubventionen, etc. kritisch nachgehen und gemeinsam prüfen, was von ihnen als Erklärungen zu halten ist und was sie über die hiesigen Verhältnisse verraten. Im 2. Teil soll es um die praktischen Maßnahmen zur Hungerbekämpfung gehen. Was wird gemacht und was ist davon zu halten, wenn heute, nach über 40 Jahren Hilfe, der Hunger ein neues Rekordniveau erreicht hat?

Im Anhang findet ihr die ausführlichere Ankündigung

DI, 24.01. Diskussion zu Wachstum

Mit dem AK Politik kann wieder am kommenden Dienstag, den 24.01.2012, im Tübinger Clubhaus (Wilhelmstr. 30; gegenüber der Neuen Aula), ab 20 Uhr, diskutiert werden. Thema:

Wozu braucht die Marktwirtschaft Wachstum?

Was wir bereits diskutiert haben:
Wachstum wird bilanziert als Summe unterschiedlichster, teils gegensätzlicher Einnahmen. Quellen für ein Geldeinkommen gibt es im Kapitalismus drei: Kapital (Profit), Boden (Grundrente), Arbeit (Lohn). Das Zusammenzählen der verschiedenen Einkommen sieht von der Besonderheit einerseits gründlich ab – dazu passt, worin es bilanziert wird: in Geld. Andererseits gibt es einen fachmännischen Streit darüber, was als Einkommen in Frage kommt: Sind die Kosten für staatliche Schulen, etc. als Teil des Wachstums zu bilanzieren, oder nur die von privaten? In die Rechendebatte wollen wir uns nicht einmischen und noch weniger wollen wir „objektive“ alternative Bilanzierungsmodelle aufstellen.

Was machen die Banken?

Die Geschäftsbanken handeln miteinander. Sie leihen und verleihen Geld, wobei die Zahlungen, die sie zu tätigen haben, regelmäßig ihre aktiv verfügbaren Mittel übersteigen. Wenn sie mehr zahlen müssen, als sie Einnahmen haben, wenn sie also Liquidität brauchen, gibt es die Möglichkeit, mit Wertpapieren zur Notenbank zu gehen, wo sie hinterlegt werden können und wofür es von der Notenbank, gegen einen Zins, Geld gibt. So kommen die Geschäftsbanken über das Hinterlegen von Schuldtiteln an Zentralbankgeld. Die Zentralbank setzt dadurch ihrerseits die Praxis, Schulden als Geldquellen zu handeln, in’s Recht. Das hat zur Folge, dass so die Zahlungsfähigkeit in der Gesellschaft erhöht wird, was die Grundlage dafür bildet, dass die staatliche Notenbank überlegt, zu welchem Preis das Geld herauszugeben sei. Die Notenbank sieht sich dabei vor einem Quantitätsproblem: Welcher Leitzins ist der, der jeweiligen konjunkturellen Lage dienlichste? Ihre Ideologie ist, dass sie damit die Geldmenge steuere. Dabei entscheidet nicht der Staat, sondern die Wirtschaft und das von ihr zustande gebrachte Wachstum darüber, wie viel Geld als Geschäftsmittel nachgefragt wird und damit darüber, ob eine Entwertung des Geldes stattfindet oder nicht. Verteuert die Notenbank den Leitzins verteuert sich erst mal nur der Kredit für die Geschäftsbanken. Ob sie deshalb weniger Kredit nachfragen und an die Wirtschaft verleihen, das liegt ganz im Ermessen der Bank, ob sie sich mit den Schuldpapieren ein Geschäft ausrechnet oder nicht.

Staat als Schuldner

Der Staat setzt auf wachsendes nationales Geschäft. Dafür schafft er Bedingung, die es zu bezahlen gilt. Geld hat er, der ja nichts selber produziert, darüber, dass er Steuern erhebt- womit er abhängig ist, von der Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft. Davon macht er sich mittels Verschuldung unabhängig. Der Staat ist die Hoheit über alles Geschäft. Als solche gibt er Papiere mit einer Laufzeit und einem Zins auf sich aus. Über die Höhe des Zinses entscheidet nicht er, sondern die Finanzwelt. Seine Höhe hängt dabei nicht am Erfolg eines Unternehmens, sondern an seinem Erfolg als nationaler Standortverwalter wachsendes Geschäft über die Verschuldung anzustoßen. Mit Staatsanleihen vergrößert der Staat seine Zahlungsfähigkeit und darüber die Masse an Geschäftsmittel, über welche die Gesellschaft verfügt. Die Verschuldung ist die Vorwegnahme künftigen Wachstums und ist der vom Staat selbst eingegangene und der Gesellschaft aufgemachte Sachzwang, wachsendes Geschäft zustande zu bringen.
Da machen wir nächsten Dienstag dran weiter. Anschließend gilt es noch die Abteilung „Ideologien zum Wachstum“ zu befassen. Derer gibt es viele, wie: Wachstum nützt uns allen. Die Vorstellung, dass Wachstum die Bedingung ist, ohne die nichts geht und dass man deshalb alles dafür tun müsse, ist nicht nur bei denen populär, die wachsendes Geschäft als ihren Zweck verfolgen – den Kapitalisten – auch in Gewerkschaftskreisen ist dergleichen verbreitet. Was ist davon zu halten?
Außerdem: Was verrät eigentlich das immerzu eingeforderte Wachstum über den Zweck der kapitalistischen Produktionsweise?
Und schließlich: Was ist von Vorstellungen nach einem Nullwachstum u.ä. zu halten?

DI 17.01.: Wozu braucht Markwirtschaft Wachstum?

Mit dem AK Politik kann wieder am kommenden Dienstag, den 17.01.2012, im Tübinger Clubhaus (Wilhelmstr. 30; gegenüber der Neuen Aula), ab 20 Uhr, diskutiert werden. Thema:

Wozu braucht die Marktwirtschaft Wachstum?

„Zum Glück wächst die Wirtschaft in Deutschland wieder“ hört man in diesen Tagen oft Kommentare zur wirtschaftlichen Entwicklung, nachdem es in 2009 ein „Minuswachstum“ gegeben hatte. Fast alle sind sich einig, dass Wachstum für „uns alle“ wichtig ist: Arbeitsplätze hängen von ihm ab!
Aber es gibt auch linke Gegenstimmen, die meinen, Wachstum sei „nicht unendlich möglich“, man brauche stattdessen ein „Null-Wachstum“ oder ein „qualitatives Wachstum“.
Wir wollen am nächsten Dienstag den Fragen nachgehen, was es mit dem kapitalistischen Wachstum auf sich hat und was von Forderungen nach dessen rechten Maß zu halten ist.

DI 10.01. Diskussion zum Nationalismus von Demokraten und Faschisten

Der AK Politik wünscht ein revolutionäres neues Jahr 2012!
Damit es so kommt, braucht es richtige Kritik, um die wir uns auch in diesem Jahr wieder mit euch zusammen kümmern wollen.
So kann am kommenden Dienstag, den 10.01.2012, im Tübinger Clubhaus (Wilhelmstr. 30; gegenüber der Neuen Aula), ab 20 Uhr, wieder mit uns diskutiert werden.

Vor der Winterpause haben wir uns mit der Frage beschäftigt, ob der Staat eigentlich auf dem rechten Auge blind ist und deshalb die bekannte rechte Terrorgruppe (Stichwort: „Dönermorde“) so lange gewähren ließ. Dabei stießen wir auf weitgehende

Parallelen im Nationalismus von Demokraten und Faschisten

Beide wollen einen starken Staat, fragen sich beständig, ob alles Mögliche eigentlich zum Nutzen der Nation geschieht. Insbesondere bei der Zuwanderung ausländischer Menschen schauen Demokraten wie Faschisten kritisch hin und prüfen, ob die Behandlung von Ausländern Deutschland voranbringt oder ob etwa im Gegenteil „in die Sozialsysteme eingewandert“ wird. Zu diesem Schluss kommt beispielsweise Thilo Sarrazin in seinem vor etwa einem Jahr veröffentlichten Buch.

Wir wollen diskutieren,

  • Mit welchen Argumenten kommt Sarrazin zu dem Ergebnis, dass viele Ausländer Deutschland schaden?
  • Weshalb trifft er mit seinem Bestseller auf so großes Interesse?
  • Welche Standpunkte werden ihm von anderen Politikern entgegengehalten?
  • Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es in Theorie und Praxis von Sarazzin und den Terroristen des „NSU“?

Eine taugliche Textgrundlage für die Diskussion liefert der Artikel „Thilo Sarrazins großer Wurf“ in Gegenstandpunkt 4/10.
Ansonsten bringt wie immer gern eure Themenvorschläge auch für die kommenden Dienstage und eure Fragen mit.