Archiv für März 2011

Diskussion DI, 22.03.: Was lernen Staaten aus Fukushima?

Am nächsten Dienstag, den 22.03.2011, treffen wir uns im Clubhaus zum Diskutieren folgenden Themas:

Was lernen Staaten aus Fukushima?

Atomare Katastrophen gab es bereits mehrere – stets entbrannte danach eine Debatte über die Sicherheit der AKWs. Zur Abschaltung hat noch kein Störfall geführt. Da stellen sich Fragen:
- Warum hielten Staaten, zumindest bisher, so unbedingt an AKWs fest?
- Welche Rolle spielt die Atomenergie im nationalen Energiemix?
- Wenn jetzt in Deutschland die Sicherheit von AKWs neu bewertet werden soll, dann stellt sich die Frage, was sie jetzt unsicherer macht, wo sie doch bis eben noch für sicher galten?

Wir treffen uns wie immer um 20 Uhr im Clubhaus, Wilhelmstr. 30, linker Eingang, 1. Stock.

Diskussion 15.03: Woher kommt und wie geht Rassismus?

Am Dienstag, den 15.03.2011, treffen wir uns im Clubhaus zum Diskutieren folgenden Themas:


Woher kommt und wie geht Rassismus?

Weiter unten findet ihr einige Zitate der aktuellen Friedrich-Ebert-Studie zur Besprechung.
Wer sich noch weiter vorbereiten will, dem sei der gleichnamige Text empfohlen, zu finden unter folgendem Link:
http://www.gegenargumente.de/broschuere/rassismus.pdf

Wir treffen uns wie immer um 20 Uhr im Clubhaus, Wilhelmstr. 30, linker Eingang, 1. Stock.

Zitate aus: „DIE MITTE IN DER KRISE. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010.“ Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung

„Moderner Rassismus“

Die Studie schreibt, dass ein biologistisch geprägter Rassismus „nicht mehr mehrheitsfähig“ zu sein scheint.
„Eher scheint ein Rassismus, der an den kulturellen Unterschieden ansetzt, des Ressentiments unverdächtig und damit ohne Vorbehalte zu äußern. (…) Ein Viertel der Bevölkerung stimmt den Aussagen ausländerfeindlichen Inhalts zu – im Unterschied zu 2008, als diese Gruppe noch etwa ein Fünftel der Bevölkerung ausmachte. Das Ausmaß der Ausländerfeindlichkeit wird bei den Einzelaussagen deutlich. Durchgängig mehr als 30 % der Deutschen stimmen folgenden Aussagen zu: „Ausländer kommen, um den Sozialstaat auszunutzen“, bei knappen Arbeitsplätzen „sollte man Ausländer wieder in ihre Heimat schicken“ und durch „die vielen Ausländer“ werde Deutschland „in einem gefährlichen Maß überfremdet“.

Wie ihm nicht zu begegnen sei
„Gegen xenophobe, also fremdenfeindliche Argumentationen, die mit kulturalistischer und biologischer Begründung eine Art modernen Rassismus salonfähig machen wollen, ist mit dem Hinweis auf Tatsachen nur schwer zu begegnen. Dazu gehört zum Beispiel die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Intelligenz nicht als biologisches, sondern als Schicht- und gesellschaftliches Problem von verhinderten Teilhabe- und Entwicklungsmöglichkeiten begriffen werden muss. Oder dass die biologistische Behauptung einer Normalverteilung von Intelligenz in der Bevölkerung ein gewolltes Artefakt ist – und keineswegs „die Realität“. Argumente wie diese haben nur wenig Chancen gegen die Logik des Ressentiments: Erst werden Migrant/innen von den gesellschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten systematisch ausgeschlossen, um ihnen dann die Folgen einer verfehlten Integrationspolitik anzulasten.“

Die psychologische Erklärung des politischen Urteils
„Die Identifikation mit einer Autorität entschädigt für die – im Prozess der Vergesellschaftung erfahrene und auch im Erwachsenenalter geforderte – Unterwerfung unter eine Ordnung. Je stärker diese Unterwerfung ist und je gewaltvoller sie diese fordert, umso mehr muss sie selbst einen Ausgleich für diesen Verzicht stellen. Zeigt sich die herrschende Ordnung geschwächt, werden die Aggressionen freigesetzt, die durch die Unterwerfung vorher notwendig wurde. Wie in einem Kessel mit großem Druck eine Schwachstelle zum explosionsartigen Austritt führen kann, so schaffen sich dann die Aggressionen als Ressentiments gegen vermeintlich Schwächere Raum.
Gewalt muss nicht körperlich ausgeübt werden, um diesen Effekt zu haben. Sie kann auch symbolisch sein.“

Was tun?
„Bereits in unserer Studie „Ein Blick in die Mitte“ (Decker et al. 2008) konnten wir in den Gruppendiskussionen feststellen, dass „Demokratie“ und „Politik“ von vielen Teilnehmenden nicht als etwas begriffen werden kann, an dem sie beteiligt sind.“„Umfassende demokratische Anstrengungen sind überlebensnotwendig für unsere Demokratie, insbesondere wenn wir uns
weitere mögliche Krisen, wie sie etwa durch Umweltfl üchtlinge verursacht werden, vor Augen halten.“
„Alleine: Neue Formen der Partizipation reichen nicht. Die Grenzen vereinzelter Anstrengungen, das Vertrauen in die Demokratie durch vermehrte Partizipation zu erhöhen – auch wenn ihr Wert ungemein hoch ist und sie unbedingt ausgebaut werden müssen –, wurden uns durch die neuen Studienergebnisse vor Augen gehalten. Um diesem Demokratie gefährdenden Trend entgegenzusteuern, ist eine ernst gemeinte und tief greifende Demokratisierung gesellschaftlicher Institutionen dringend notwendig. Prägnantes Beispiel sind hierbei die Bildungsinstitutionen (…)
Eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung einer demokratischen Einstellung könnte zum Beispiel in Kindergärten sein, bereits in den pädagogischen Konzepten dafür zu sorgen, dass kindlichen Bedürfnissen ohne Unterwerfung unter eine Autorität Geltung verschafft wird. Dies kann auch und nicht zuletzt darin bestehen, dass bereits Kleinkindern die Bedingungen, unter denen sie leben, wie auch die Entscheidungen der für sie Sorgenden, transparent gemacht werden.“

Diskussion, 01.03., Tübingen: Social Business

Am Dienstag, den 01.03.2011, treffen wir uns zum weiteren Diskutieren folgenden Themas:
Social Business. Dabei handelt es sich um ein wirtschaftliches Konzept, das soziale und ökologische gesellschaftliche Probleme lösen und so letztlich „den Kapitalismus zukunftsfähig machen“ soll, wie die Vordenker dieser Idee schreiben.

Wir treffen uns wie immer um 20 Uhr im Clubhaus, Wilhelmstr. 30, linker Eingang, 1. Stock.