Archiv für März 2010

Diskussionstermin, 09.03.2010: Imperialismus heute

Dass die außenpolitische Gewalt heutiger Staaten mit der kapitalistischen Wirtschaftsweise in ihrem Inneren „zu tun hat“, gehört zum Grundbestand linker Gesellschaftskritik. Wenn es aber ans Erläutern und Begründen dieses Zusammenhangs geht, begnügen sich viele mit Kurzschlüssen. Man versucht ökonomische Interessen für Krieg zu identifizieren, prangert „Krieg für Öl“ oder andere Bodenschätze an und kann sich vorstellen, dass eine Regierung schießen lässt, weil der „militärisch-industrielle Komplex“ Waffen verkaufen will. Man sieht die handelnde Regierung als Marionette privater Geschäftsinteressen, etwa Ex-US-Präsident Bush als den verlängerten Arm von Ölkonzernen und Halliburton. Allerdings standen und stehen diesen privaten Kapitalinteressen auch in den USA mindestens ebenso viele andere entgegen, die durch Krieg ihre Geschäftsbeziehungen ruiniert sehen und die ihre Profite im Frieden besser aufgehoben sähen. Ein nationales Interesse des kapitalistischen Gemeinwesens an der Beherrschung und Unterordnung anderer Staaten, das private Interessen auch verletzt und für die große Sache in den Dienst nimmt, wird so gerade nicht erwischt.

Wir bieten allen Interessenten an, sich über den Zusammenhang der Konkurrenz auf dem Weltmarkt und der Konkurrenz ums ‚Weltordnen’ einmal ein paar Gedanken zu machen. Deshalb laden wir zu einem Diskussionstermin „Imperialismus heute“ ein, wo wir den Handel und Wandel zwischen den Nationen einmal grundsätzlich thematisieren möchten. Wir treffen uns wie immer um 20 Uhr im Clubhaus, Wilhelmstr. 30, linker Eingang, 1. Stock.

Zur Vorbereitung empfiehlt sich folgender Artikel: „Weltmarkt und Weltmacht“, in GegenStandpunkt 3/06: Imperialismus heute. S. 45-120, oder als PDF (Achtung: 63 Seiten).