Vortrag & Diskussion: Der Staat will die Banken retten – warum?

Wann: Mittwoch, 17.12.2008, 19:00 Uhr (c.t.)

Ort: Universität Tübingen, Neue Aula, Wilhelmstr. 7, Hörsaal 1

Referent: Dr. Theo Wentzke

Seit Oktober ist die Debatte erledigt, ob der Staat die Spekulanten retten soll. Sie ist überrundet durch eine fundamentalere Erkenntnis: Er muss – Gerechtigkeit hin, Gerechtigkeit her. Denn an zusammenbrechenden Banken hängt das Bankensystem – und an dem die ganze Wirtschaft und ihre Konjunktur. Von der Gesundheit des Spekulationsgewerbes leben nicht nur Rendite und Wachstumsrate des Finanzkapitals; von ihm lebt offenbar das Geldverdienen der gesamten Gesellschaft.

Leider hat das Volk in all der Panik gerade keine Zeit, sich mit dieser absurden Vorbedingung seines Alltags auseinanderzusetzen. Es ist vollauf beschäftigt, mit Hoffen und Bangen die Rettung des Finanzsystems zu begleiten, damit alles weitergehen kann wie bisher.

Damit es nicht weitergeht wie bisher, nehmen wir uns die Zeit für etwas Erklärung. Nach einer ersten Veranstaltung über das Finanzgeschäft und seine Krise folgt jetzt eine Veranstaltung über das staatliche Programm zur Rettung des Kreditsystems:

  • Was hat der Staat von den Banken, dass er sie – koste, was es wolle – retten will? Was soll denn wieder funktionieren?
  • Der Staat soll versagt haben bei der Kontrolle der Banken, ihnen viel zu viel Freiheit gelassen, jetzt kümmere er sich – endlich – wieder darum. Stimmt das?
  • Was ist das Verhältnis von politischer Macht und privatem Finanzgeschäft?
  • Der Staat will die Banken mit Geld retten. Wie steht es um Macht und Ohnmacht des Staates bei der Rettung des Bankensystems?