Archiv für Juni 2008

Vortrag & Diskussion: Kritik der Psychologie – Das moderne Opium des Volkes

Psychologie

Wann: Dienstag, 01.07.2008, 19:00 Uhr (c.t.)

Ort: Universität Tübingen, Hörsaal Unikasse, Wilhelmstr. 26 (gegenüber der Neuen Aula, rechts vom Clubhaus, Eingang Nähe Schranke)

Referent: Prof. Dr. Albert Krölls, Hamburg, Autor des Buches „Kritik der Psychologie. Das moderne Opium des Volkes“

Organisiert in Zusammenarbeit mit der Fachschaft Pädagogik der Uni Tübingen.

Das populäre Angebot der Psychologie besteht darin, Leuten, die in Schwierigkeiten sind, zu helfen, indem sie beim Umgang mit sich selbst beraten werden. Ob nun jemand das Studium nicht schafft, keinen Job findet, von dem oder der Liebsten verlassen wurde oder sich vor Spinnen fürchtet: Ein Psychologe betrachtet all diese Vorkommnisse als Gegebenheiten, die seine Klientel bewältigen kann – ganz unabhängig davon, ob die Leute sich ihr Problem selber eingebrockt haben oder nicht.

Ob nun einer Opfer eines entgegengesetzten oder gar feindlichen Interesses geworden ist, ob er vielleicht Fehler bei der Verfolgung eines eigenen Interesses gemacht hat oder ob er an sozialen und moralischen Maßstäben scheitert – das will der Psychologe nicht beurteilen, geschweige denn kritisieren. Die von ihm betreuten Menschen sollen sich ausschließlich der Frage zuwenden, ob ihre Einstellung zu den Problemen stimmt. Und diese Einstellung „stimmt“ dann, wenn die Menschen durch einen Vorfall, der sie schädigt, ärgert oder unzufrieden macht, nicht aus der Bahn geworfen werden. Die Tipps, die man von Psychologen kriegt, sind entsprechend: hier mehr Selbstbewusstsein, da mehr Motivation und dort eine positive Sichtweise, dann kann der Mensch mit den Misslichkeiten, die die Konkurrenzgesellschaft für ihn bereithält fertig werden. (mehr…)

Achtung: „Jour Fixe“ zieht um!

Unser wöchentlicher Diskussionstermin findet ab jetzt nicht mehr wie bisher in der Schellingstrasse, sondern im Clubhaus, in der Wilhelmstr. 30, gegenüber der Neuen Aula statt. Nehmt den linken Eingang und dann die Treppe hoch auf der linken Seite.

Kapital-Lesekreis

Kapital

Eine halbwegs komplette Kenntnis des Marxismus kostet heut, wie mir ein Kollege versichert hat, zwanzigtausend bis fünfundzwanzigtausend Goldmark und das ist dann ohne die Schikanen. Darunter kriegen Sie nichts Richtiges, höchstens so einen minderwertigen Marxismus ohne Hegel oder einen, wo der Ricardo fehlt usw. Mein Kollege rechnet übrigens nur die Kosten für die Bücher, die Hochschulgebühren und die Arbeitsstunden und nicht was Ihnen entgeht durch Schwierigkeiten in Ihrer Karriere oder gelegentliche Inhaftierung, und er läßt weg, daß die Leistungen in bürgerlichen Berufen bedenklich sinken nach einer gründlichen Marxlektüre; in bestimmten Fächern wie Geschichte oder Philosophie werdens nie wieder wirklich gut sein, wenns den Marx durchgegangen sind.

Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche

Wie beim letzten Vortrag bereits angekündigt, findet in Tübingen ein Lesekreis zum „Das Kapital“ Band 1 von Karl Marx statt.

Leute die daran interessiert sind, können entweder am nächsten Dienstag, den 17. Juni um 19 Uhr in die Hausbar des Wohnprojekts Schellingstrasse, Schellingstr. 6 in Tübingen kommen – dort wollen wir klären, wann und wo wir uns treffen – oder uns über das Kontaktformular eine Nachricht mit Angabe der Tage und Zeiten, an denen sie könnten, schicken.