Vortrag & Diskussion: Finanzkapital und Finanzkrise

US-Hypothekenkrise, Fondsschließungen, Bankenpleiten: Ein Lehrstück über Eigenart, Leistung und Macht des Finanzkapitals

Wann: Dienstag, 06.05.2008, 19:00 Uhr (c.t.)

Ort: Universität Tübingen, Hörsaal Unikasse, Wilhelmstr. 26 (gegenüber der Neuen Aula, rechts vom Clubhaus, Eingang Nähe Schranke)

Referent: Dr. Theo Wentzke, Mitautor des Buches „Das Geld. Von den viel gepriesenen Leistungen des schnöden Mammons“

Gerade noch hatten sich die meisten Industrie-Nationen über ihren „Aufschwung“ gefreut. Und dann das: Ein Beben im Finanzgewerbe löst weltweit Fondsschließungen, Bankpleiten und Angst an den Geldmärkten aus. Vorsorglich informieren Zeitungen ihre Leser darüber, ob ihre Ersparnisse noch sicher sind. Und warum das alles? Verarmte Häuslebauer in den USA sind mit der Bezahlung von insgesamt ein paar Mrd. $ ihrer Hypothekenraten in Rückstand geraten – und rund um den Globus werden dreistellige Milliardenbeträge vernichtet? Wie soll das zusammengehen?

Banken, hört man, vergeben nicht bloß Immobilien- und andere Kredite; sie bündeln Kredite zu Wertpapieren, die sie veräußern, und machen damit Milliarden. Wie können Banken etwas, das sie weggegeben haben, mit Gewinn zu Geld machen? Worin besteht der Wert von Papieren, die als grundsolide galten, wenn der sich über Nacht in nichts auflösen kann?

Bankenchefs wie Ackermann, die sonst immer ihre uneingeschränkte Handlungsfreiheit fordern und staatliche Regelungen als Geschäftsschädigung geißeln, rufen nun nach dem Staat. Nicht vergeblich. Eine Aufstockung der Arbeitslosengelder, Renten und Pensionen in Höhe der Inflationsrate steht dem Ziel eines ausgeglichenen Staatshaushalts entgegen, also erteilt der Finanzminister solchen Bedürfnissen eine Absage. Aber zugleich pumpen die Staaten über ihre Zentralbanken mal ca. 400 Milliarden € Kredit zur Rettung der Finanzwelt in den Markt – weil die Banken einander wechselseitig für nicht mehr kreditwürdig halten, wie man liest. Deren Überleben ist anscheinend existenziell für „unser“ Wirtschaftssystem und liegt den Staaten ganz anders am Herzen als das materielle Wohlergehen der gewöhnlichen Bürger… Wie hängt eigentlich die „Realwirtschaft“ (Produktion, Häuserbau, Konsum) vom Gelingen der Spekulationsgeschäfte ab? Woher kommt diese reale Macht des Finanzkapitals?

Natürlich besteht nach dem Vortrag die Möglichkeit zur Diskussion.
Alle Arten von Fragen bitte über das Kontaktformular.


1 Antwort auf “Vortrag & Diskussion: Finanzkapital und Finanzkrise”


  1. 1 Versus 16. Mai 2008 um 14:55 Uhr

    Einen Audio-Mitschnitt des Vortrages gibt es nun hier zum Download.

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